Four Seasons ‚Winter’ in Hademarschen

 

Auf Wunsch eines einzelnen Gegners muss ich noch schnell einen Bericht vom vergangenen Samstag schreiben. Es war mal wieder – recht spontan angekündigt – Four Seasons Time in Hademarschen. Die kurzfristige Einladung war vermutlich der Grund, dass nur 22 Schachfreunde dem Aufruf des SV Merkur gefolgt waren. Auf die bekannt nette Atmosphäre und die gute Verpflegung braucht an dieser Stelle nicht näher eingegangen zu werden. Ich bin mir sicher, dass der Landesverband seine Entscheidung die LEM 2015 nach Hademarschen zu vergeben, nicht bereuen wird.

 

Aus Itzehoe waren heute nur Jens und ich, als Nummer 10 und 11 der Setzliste, am Start. Ganz oben Dirk Martens, der seiner Favoritenrolle am Ende auch sehr gerecht werden konnte. Er bewegte sich stets nur von der einen zur anderen Seite des Tisches mit der Nummer 1 und fegte alle Gegner mehr oder weniger deutlich vom Brett. Mit 7 Punkten aus 7 Partien konnte er sich den Luxus leisten, vor der Siegerehrung sogar noch einen Punkt an Laura Marleen Niemöller zu verschenken, denn der zweitplatzierte Arnim Schwittay kam mit 5,5 Punkten vor Manfred Plewka mit 5 Punkten aufs Treppchen. Gefolgt von einem Spieler mit 4,5 Punkten, und das war ich – mein bestes Ergebnis bei einem Four Seasons Turnier – und das kam so:

 

In der ersten Runde ein leichtes Los mit Laura Marleen. Sie war aber noch beim Fußballturnier und so wurde sie von Dirk Clausen vertreten. Nicht so schön anzusehen (sorry, Dirk) aber stärker spielend als gewöhnlich. Ich brauchte schon die volle Konzentration um den Punkt einzufahren und durfte mich nicht von Jens’ Stöhnen am Nebenbrett ablenken lassen. Offenbar hatte er mit seinem jugendlichen Gegenüber mehr Mühe als ihm lieb war. Aber am Ende machte auch er den Punkt klar, so dass wir in Runde 2 wieder nebeneinander sitzen durften.

 

Ich traf auf Hendrik Niemöller und kam mit Weiß zu einem schönen Angriff. Als wir beide nur noch etwa 2 Minuten auf der Uhr hatten, bot ich aber doch das Remis an, was Hendrik auch sofort annahm.

 

Runde 3 mit Schwarz gegen Volker Brandt. Hier hatte ich zwar genügend Zeit, bot aber auch das Remis an, was Volker aber nicht haben wollte. Kurz darauf übersah er eine Fesselung und ich gewann einen Läufer und konnte mit der Mehrfigur dann einen schönen Angriff starten. Nach weiterem Materialverlust gab Volker auf und kann demnächst nachlesen, wie er zu meinem guten Abschneiden beigetragen hat.

 

Mit Weiß traf ich in Runde 4 dann auf Arnim Schwittay, für mich ein übermächtiger Gegner, aber diesmal rochiere ich lang - er kurz - und greife am Königsflügel an. Zumindest lag es nicht am falschfarbigen Läufer wie in unseren letzten Begegnungen. Ich finde keinen geeigneten Weg den Angriff entscheidend abzuschließen und verbrauche auch noch zu viel der knappen Bedenkzeit. Am Ende kann Arnim es sich leisten die Qualität zu opfern, denn er hatte ein paar Bauern mehr. Ich verlor auf Zeit, hätte vermutlich aber auch so keine Chance gehabt. Aber es war immerhin spannend.

 

In Runde 5 konnte ich mit Schwarz einem starken Angriff von Hans-Christian Ackermann nicht standhalten - stark angefangen und stark nachgelassen...

 

In Runde 6 traf ich mit bisher 2,5 Punkten dann auf Jens, der es bis dahin auf 3 Punkte gebracht hatte. Ich schlug friedlich einen halben Punkt für jeden vor, aber Jens wollte es im Schwerfigurenendspiel gerne auskämpfen und schlug etwas voreilig mit einem Turm auf b2 ein. Damit entblößte er jedoch seine 7. Reihe und meine Dame kam zum Zuge: Ein paar Bauern fielen ihr zum Opfer (ich glaube es waren 3) und dann konnte ich den Damentausch erzwingen und Jens’ König wanderte in mein Lager. Mit zwei Türmen, die seinen Rückweg abriegelten wurde er von meinen Königsflügelbauern dann mattgesetzt und ich zog in der Tabelle an ihm vorbei.

 

In Runde 7 traf ich dann mit Schwarz auf Gerhard Ihlenfeldt. Auch eine Partie, die mir gut in Erinnerung geblieben ist: Gerhards Springer lockte meine Bauern nach vorne und hatte bereits in der Eröffnung keine Felder mehr. Ob das so geplant war? Den Mehrspringer verlor ich später, erhielt dafür aber die Qualität Turm gegen Läufer. Auch diese Qualität gab ich im Endspiel zurück, denn mein Freibauer war 3 Züge schneller auf dem Umwandlungsfeld als Gerhards. Sehr zu meiner Freude war mir klar, wie ich das Endspiel gestalten musste: Immer wieder mit der Dame seinen König vor den Freibauern jagen und dann mich mit dem eigenen König heranpirschen. Kurz vor dem Matt gab Gerhard dann auf – beim nächsten Mal wird’s bestimmt nicht wieder so einfach – und ich hatte plötzlich 4,5 Punkte auf dem Konto, was zu Platz 4 reichte.

 

Jens gewann seine letzte Partie ebenfalls und kam als einer von mehreren Spielern mit 4 Punkten aufgrund der guten Buchholzwertung, wenn ich es richtig erinnere, auf Platz 6.

 

Wir freuen uns schon auf  das Frühlings-Season, was für den 16. Mai angekündigt ist.

 

Peter Henke