Alter Schwede – äh (h)ne – war das spannend …

 

Im Internet las ich vom Dähne-Pokal, Runde 1 bei den Schachfreunden Wilstermarsch, in der Mensa der Gemeinschaftsschule in Wilster, Freitag Abend 19:30 Uhr, dicht bei und noch nichts anderes vor, also einfach mal hin und sich begeistern lassen …

 

Tolles Ambiente und lockere Stimmung in der ziemlich neuen Mensa. Das gefällt mir sowie 10 weiteren Schachfreundinnen und –freunden von jung bis erfahren, die jeweils 3 Euro für die erste Runde des „DFB-Pokal des Schachsports“, an der jedermann und jede Frau teilnehmen kann, investieren.

 

Erste Spannung bei der Auslosung, denn es sind „große Fische“,  wie zum Beispiel die Vorjahresfinalisten in Schleswig-Holstein, Dr. Ralph Junge und Michael Gurski, im Topf. Ich treffe mit Schwarz auf Joleik Nordmann, Brett 1 des SV Brokdorf in der abgelaufenen Saison. Gespielt wird im KO-System, eine normale Langpartie und bei Remis zwei Blitzpartien mit vertauschten Farben.

 

Zügig geht’s los, Joleiks e4 beantworte ich – oui – mit e6. Nur keine übermütigen Züge … Läufer werden getauscht … Joleik tauscht sogar bei der ersten Gelegenheit die Damen … kurze Rochade auf beiden Seiten … nach dem 17. Zug höre ich ein Remisangebot. Was tun mit Turm, zwei Springern und 7 Bauern auf jeder Seite?

 

Wir spielen noch etwas weiter, Turm und Springer werden getauscht, aber keiner mag so richtig etwas riskieren, so einigen wir uns auf das Remis, das es am Ende wahrscheinlich wohl auch war.

 

Soweit so gut. Wir warten die übrigen Partien ab - die Favoriten Dr. Ralph Junge und Michael Gurski gewinnen gegen heimische Nachwuchstalente – und dann wird erneut gelost für unsere Blitzpartien. Ich beginne mit weiß und gewinne die erste Partie. Joleik lässt sich nicht lumpen und gewinnt die zweite Partie – 1:1.

 

Ist das spannend, jetzt geht es weiter, bis einer gewinnt. Es wird neu gelost, Joleik zieht weiß - das kann ja heiter werden. Aber ich komme bis ins Bauernendspiel, wo ich aber wohl den falschen Bauern vorlaufen lasse (der andere wäre nach Ansicht der Zuschauer schneller gewesen). Ich wandele um, Joleik wandelt um und bietet Schach ... noch ein paar Züge … und Remis … somit 1,5:1,5.

 

Weiter geht’s, ich eröffne mit weiß … und opfere nach wenigen Zügen erstmal eine Leichtfigur (unabsichtlich natürlich). Aber beim Blitz verliert ja, wer den letzten Fehler macht. Ich sehe eine Springergabel, greife Joleiks König und Dame gleichzeitig an. Sein Bauer, der das Feld meines Springers verteidigt ist gefesselt – ich gewinne die Dame und nach dem anschließenden Schachgebot auch noch einen Läufer. Joleik gibt sich geschlagen, somit ein glückliches 2,5:1,5 nach 4 Blitzpartien für mich gegen einen ebenbürtigen Gegner.  

 

Alter Schwede – äh (h)ne – spannender geht es kaum. Am Ende hat es sich ausgezahlt, dass in Itzehoe einmal im Monat geblitzt wird. Von Runde 2 im Juni werde ich dann wieder berichten.

 

Peter Henke