Es war einmal ein Landesverband, der hatte drei Verbandsligen mit mehr oder weniger funktionierendem Auf- und Abstiegsverfahren. Da spielten also 30 Mannschaften sonntags darum, ihre Spielklasse zu halten oder in der einen oder anderen Richtung zu verlassen.

Dies erschien den verantwortlichen Akteuren zu viel und sie beschlossen, die Zahl der Verbandsligen auf zwei zu reduzieren. Auf die Frage nach dem Warum erhielt ich neben Schulterzucken als Antwort nur den Hinweis auf die mathematisch anscheinend ideale Folge 1 (LL) – 2 (VL) – 4 (BL).

Soweit so gut. Es gibt jetzt also 4 Bezirke, die ihre Aufsteiger in zwei Verbandsligen entsenden, zumindest ist das die Theorie. In der Praxis fällt es dem Landesverband schwer, überhaupt die 20 vorgesehenen Mannschaften für die beiden restlichen Verbandsligen zusammen zu bekommen.

Der Austausch zwischen den Bezirken und den Verbandsligen ist weitgehend zum Erliegen gekommen, was zuvörderst den unterschiedlichen Spieltagen (Freitag vs. Sonntag) geschuldet sein dürfte.

Auf meine Anfrage, warum die Bezirksligen nicht grundsätzlich auch sonntags spielen, wurde ich auf die Bezirke und deren Zuständigkeit verwiesen.

Das Ganze führt jetzt dazu, dass ein nicht so spielstarker Verein wie Itzehoe in eine ungeliebte Freitags-Bezirksliga absteigen muss, während die dort tätigen Vereine überhaupt nicht daran denken, einen Wechsel in die Verbandsliga anzustreben. Selbst wenn aufgrund der gegenwärtigen Konstellation noch ein Verbandsliga-Platz für Itzehoe zur Verfügung stünde, wäre dieser Verein immer wie eine Schachfigur, die beliebig zwischen beiden Verbandsligen oder eben der Bezirksliga verschoben werden würde.

Da fühlt man sich doch wie jemand, der beide Arme in Gips hat, eine laufende Nase und eine stark vorstehende Unterlippe.

 

Natürlich könnte man überlegen, ob der Landesverband die Zahl der Verbandsligen nicht eher auf vier erhöhen sollte. Dann gäbe es den Effekt, dass Spielklassen entstehen, die eigentlich Bezirksligen wären, als Spielklassen des Landesverbandes jedoch sonntags spielen würden – doch auch dann benötigte man ja erst einmal Mannschaften, die sonntags überhaupt anzutreten bereit wären.

 

In den Jugendligen scheint das Problem seine Fortsetzung zu finden. Ich sehe 8 Mannschaften für die Landesliga und 13 für beide Verbandsligen gemeldet.

 

Mir scheint, es ist hohe Zeit, die Sitzungsgelder zu verdienen!

 

Hans-Joachim Siewert