Vorentscheidung im Schach !? Frank Hamann (Wrist - Kellinghusen) mußte nach 2 Jahren im Stadtpokal seine erste Niederlage einstecken. Gegen den Mitfavoriten und früheren Pokalsieger beim Itzehoer Stadtpokal, Dirk Martens (Hademarschen), mußte Hamann im Endspiel nach einem doppelten Springer - und Damenangriff die Waffen strecken. Lange hatte es nach einem ausgeglichenen Kampf ausgesehen, doch die Springer machten letztendlich den Unterschied aus. Dirk Martens führt jetzt allein mit 4 Punkten aus 4 Runden. Die Itzehoer Mitfavoriten bekleckerten sich wiederum nicht mit Ruhm. Vorsitzender Egbert Hengst kam über den Ehrenvorsitzenden Horst Klüver nicht über ein remis hinaus und Sören Koch konnte gerade noch ein remis gegen den erheblich niedriger eingestuften Frank Tiemann (alle Itzehoe) retten. Von den weiteren Verfolgern spielten Volker Recklies (Büsum) gegen Timo Bücker (Barmstedt) remis. Dr. Carsten Coldewey (Kollmar) siegte gegen Dirk Clausen (Hademarschen), Burkhard Lewke (Meldorf) siegte gegen Karina Off (Meldorf) und Wolfgang Schlünz (Wrist - Kellinghusen) siegte gegen Hendrik Niemöller (Hademarschen). Mit 3 Punkten folgen hinter Dirk Martens: Frank Hamann, Volker Recklies, Timo Bücker, Dr. Carsten Coldewey, Burkhard Lewke und Wolfgang Schlünz.

 

Horst Klüver

 

 

 

Stadtpokal – Runde vier

 

Der Tag der Vorentscheidung !? Die Spitzenpartie zwischen Dirk Martens und Frank Hamann verläuft zunächst ruhig, fast provokativ, bis es Schwarz in der Entwicklung nicht ganz genau nimmt, nur scheinbar offensiv wird und entscheidende materielle Einbußen nicht vermeiden kann. Volker Recklies versucht gegen Timo Bücker etwas, das ein Otto Rehhagel wahrscheinlich als kontrollierte Offensive bezeichnet hätte. Dennoch wird Schwarz in die Enge getrieben und muss einen Bauern abgeben. Die Abwicklung in ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern ermöglicht Bücker allerdings die Rettung eines halben Punktes.

Dirk Clausen und Carsten Coldeway spielen ziemlich scharfes Zeug in der Halbslawischen Verteidigung. Weiß opfert einen Bauern, später noch einen und dann noch die Qualität. Schwarz nimmt alles und bleibt trotzdem äußerlich ruhig, obwohl man ihm die Anspannung ansehen kann.

Schließlich setzt sich die materielle Überlegenheit durch.

Egbert Hengst bekommt von Horst Klüver Skandinavisch der Marke Hammerfest vorgesetzt. Schwarz verzichtet zunächst auf Entwicklung und provoziert schablonenhafte Züge, um danach aus der Deckung heraus Nadelstiche zu setzen. Weiß hat allerdings genügend Zeit sich angemessen um zu gruppieren. findet aber irgendwie nicht den richtigen Ansatzpunkt – also remis.

Wolfgang Schlünz übernimmt gegen Hendrik Niemöller schnell die Initiative und drängt Schwarz bei unrochiertem König in eine gefährlich passive Stellung aus der dieser sich nicht mehr befreien kann.

Frank Tiemann verklebt gegen Sören Koch die bereits geschlossene Sizilianische Verteidigung  noch – eine ziemliche Zumutung für den Liebhaber klassischer Stellungen in dieser Eröffnung. Dabei muss Koch nach einem Fehler sogar noch recht zufrieden mit dem halben Punkt sein.

Simone Bücker operiert gegen Karl-Heinz Schmidt aus einer verstärkten Deckung heraus und findet offensiv daher nicht statt. Trotzdem kann Schwarz einen Bauern aus der Verteidigungsmauer herausbrechen und danach den Druck entscheidend erhöhen.

Bei Stefan Fuhrmann scheint der Frust über den Turnierverlauf tief zu sitzen und damit die Züge hinterher kommen wird offensichtliches Bierdoping betrieben. Solcherart beschwingt ziehen sich die Figuren fast von selbst – wenn das der  Adolf Andersen noch hätte sehen können...

Zu weiteren Partien fehlt mir die Erinnerung rsp. sie fanden auswärts oder gleich gar nicht statt.

Dirk Martens wird in dieser Verfassung kaum noch zu stoppen sein – jetzt geht es also in erster Linie noch um die Plätze. Aber das kann ja in diesem engen Feld durchaus noch spannende Auseinandersetzungen nach sich ziehen.

 

Hans-Joachim Siewert