Fabelhaft

 

Ein Löwe, ein Fuchs und ein Esel gingen miteinander auf die Jagd, nachdem sie vorher einig geworden waren, den Raub ganz gleich unter sich zu verteilen. Ihre Beute war groß. Der Esel erhielt vom Löwen den Befehl zur Teilung, die er auch so gewissenhaft als möglich veranstaltete, und bat dann den Löwen, zu wählen. Allein ergrimmt zerriss ihn der Löwe und übertrug dem Fuchs eine neue Teilung. Dieser häufte alles zusammen, legte den Esel obenauf und erbat sich nur etwas Weniges für seine Mühe. “Schön, mein Freund”, sagte der Löwe, “sage mir doch, wer hat dich so schön teilen gelehrt?” “Das Schicksal des Esels”, war seine Antwort. (Aesop)

 

Ich muss mich an die Worte meines längst verstorbenen Schachfreundes Karl Wächter erinnern, der sagte:“ Die Hauptversammlung kann jeden Unfug beschließen, solange er satzungsgemäß ist – und wenn er nicht satzungsgemäß ist, muss eben die Satzung geändert werden.“

Es wurde ein Beschluss über eine Verbandsliga-Reform gefasst, dessen Auswirkungen nicht kommuniziert wurden und dessen Umsetzung mit suboptimal sehr wohlwollend beschrieben ist. Proteste sind erhoben worden, jedoch nicht wirklich inhaltlich bewertet worden. Das angerufene Schiedsgericht erklärte sich schlicht für inkompetent.

Man mag sich durch den Verlauf der Entwicklung nun benachteiligt sehen oder nicht, doch jetzt muss die Sache wieder auf die sportliche Ebene zurückkommen.

Da sollten wir uns jetzt auf die neue Herausforderung einstellen und sie auch als Chance sehen: wir spielen eben nicht in der A-Gruppe. Sören hat ja bereits deutlich gemacht, dass er für spielstarke Gegnerschaft bereit ist, längere Anfahrtsstrecken in Kauf zu nehmen und ich schließe mich dem durchaus an. Zweifellos werden wir uns auf den Klassenerhalt fokussieren müssen und stehen dabei in Konkurrenz zu einer Handvoll anderer Mannschaften. Das Selbstvertrauen sich dort durchzusetzen sollten wir jedoch mit den Leistungen in der Vorsaison aufgebaut haben. Längerfristig wird uns diese Spielklasse (wenn sie denn gehalten wird) nur nützen.

 

Hans-Joachim Siewert