Heinz-George-Pokal Runde 3: keine weißen Westen mehr

In der dritten Runde gab es schon einige richtungsweisende Auseinandersetzungen, was die Preisränge anbelangt.

Früh an den vorderen Brettern war Sven gegen Kalle fertig. Die beiden hatten ordentlich Tempo vorgelegt, Sven einen Freibauern, der den Kampf entschied. Ich hatte gegen Volker Recklies etwas Raum- und Stellungsvorteil bis sich die ungeschützte Situation meines zentralen Bauern auswirkte, und er das Feld verließ. Da ich noch etwas Druck hatte, bot Volker mir remis an. Ich lehnte zunächst ab; da er allerdings meine Operationen adäquat beantwortete, bot ich meinerseits Friedensschluss an, was er akzeptierte.

Cliff hatte mit einer kleinen Kombi das bessere Endspiel gegen Martin Kruse, der allerdings zäh verteidigte. Nach vielen Zügen hatte Cliff immer noch eine Portion Vorteil, sah aber kein Vorankommen mehr und willigte ins remis ein. Malte wurde durch die Rochade von Dirk Clausen überrascht, und musste dann weiteropfern. Mir schien das zu gewinnen, aber trivial war es nicht. Später musste Dirk die Dame geben, was aber die Stellung nicht mehr retten konnte. Malte gewann somit eine sehr kämpferische Partie.

Sören schaffte mit Mühe und Not die Zeitkontrolle gegen Giso, und mir schwante schlimmes. Sören entkräftete allerdings Gisos Drohungen, und hatte immer ordentlich Spiel. Logischer Ausgang: remis.

Peter Magdorf griff sehr vehement gegen Dirk an. Der verteidigte wie gewohnt ruhig und schlug am Damenflügel zurück. Ein Einbruch mit mehreren Figuren dort brachte die Entscheidung. Und somit haben alle bisher verlustpunktfreien Spieler diesen Zustand eingebüßt.

Carsten Coldewey gewann gegen Karina, indem er deren König zum Laufen brachte und dann mit der Macht aller Schwerfiguren erlegte. Peter Henke griff mutig Erichs so sturmerprobte Rochadestellung an und kam durch Öffnungen und Scheinopfer zu einem Sieg; schon die zweite positive Überraschung von ihm!

Alexey mühte sich lange gegen Michael Tokarski, der im Turmendspiel einen Läufer für drei Bauern, die aber alle blockiert waren, hatte. Erst stät gewann Alexey mit einer kleinen Kombi auf engstem Raum. Stefan war diesmal recht zielorientiert gegen Ulrich Weber, und drückte sicher seinen früh erworbenen Materialvorteil durch.

Ein zähes Ringen gab es bei Burkhard gegen Ulf zu sehen. Ulf hatte lange die schlechtere Bauernstellung, bis sich im Springerendspiel die Verhältnisse umkehrten. Da indes sich die Springer gegen die letzten Bauern opferten, war das gesamte Brett leer, und das Ergebnis unentschieden.

Noch länger musste nur Rolf gegen Horst durchhalten. Rolf hatte eine Mehrqualle, Horst einen gedeckten Bauern auf der vorletzten Reihe. Thema: kann Rolf mit knappem Zeitpolster remis durch Dauerschach oder Zugwiederholung geben? Es war reichlich unklar, aber Horst fand keinen Weg, diesen Angriffen auszuweichen und dabei selbst vorwärts zu kommen; ein spannendes remis zum Abschluss des Tages.

In der Tabelle liegen nun Giso, Sven, Sören, Dirk Martens und Malte mit 2,5 Punkten vorn, gefolgt von gleich acht Spielern mit 2 Punkten. Es bleibt demnach spannend. Giso gegen Sven, Dirk gegen Sören und Martin gegen Malte lauten die Spitzenbegegnungen. Man kann davon ausgehen, dass die Sieger dieser Paarungen gut im Rennen bleiben, während die Verlierer nur noch geringe Chancen auf den Pott haben.

Egbert Hengst