H-G-Pokal Runde 5: weitere Überraschungen, einige Vorentscheidungen

Ein ganzer Haufen spannender, teilweise wie in der letzten Runde dramatischer Partien war zu sehen. Leider konnte ich sie nicht so detailliert verfolgen wie ich das gern gemacht hätte. Ich habe daher größtenteils nur Bruchstücke mitbekommen.

Karina gewann gegen Peter Henke, Horst gegen Michael, Stefan gegen Rolf, Jens gegen Eckhard; in vorgezogenen Partien gewann Burkhard gegen Ulrich, während sich Carsten und Peter Magdorf remis trennten. Von all diesen Partien habe ich nichts gesehen, so dass ich auch keine Details berichten kann.

Im erweiterten Verfolgerfeld besiegte Alexey Dirk Clausen, sicher eine Überraschung. Es war schon in den letzten Wochen zu spüren, dass Alexey weiter lustvoll bei der Sache ist, und sich von kleinen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Gut so! Cliff sollte der einzige der Itzehoer VL-Mannschaft sein, der an diesem Abend punktete. Gegner war Kalle, womit unsere VL-Truppe auch gleich einen Minuspunkt einheimste.

Sven gegen Martin, ein Kampf auf Augenhöhe. Ich habe eine Endspielstellung gesehen, in der Sven mehr Raum hatte, Martin indes die etwas gesündere Struktur, und das Läuferpaar.  Martin gewann schlussendlich, gegen Sven in seiner jetzigen Form war das sicher eine starke Leistung.

Sören musste gegen Volker sicher gewarnt sein, bei seinen vorherigen Ergebnissen. Es entstand eine recht ruhige Partie, in der Sören etwas Vorteil zu haben schien. Aber damit den Punkt zu machen ist eine andere Sache. Die Schlusswendung war mir entgangen; Volker gewann durch Mattsetzen des Königs (das eigentliche Ziel des Spiels), womit ihm eine weitere Überraschung gelungen ist. Ganz starke Leistung bisher von ihm!

In der letzten Partie stand Malte gegen Dirk Martens etwas freier. Thema schien mir immer zu sein, ob Dirks Läufer dauerhaft schlecht ist oder nicht. Malte drang mit Figuren in Dirks Stellung ein, wobei unklar war, ob sie dort nicht verloren gingen. Frechheit siegt, zumindest manchmal. Und so schlug auch hier diese Strategie durch. Malte rettete einen Mehrbauern ins Bauernendspiel und gewann in beidseitiger Zeitnot. Zumindest für mich ist auch das eine Überraschung.

Ich hatte mich mit Giso auseinanderzusetzen. In unseren bisherigen Partien gab es fast ausschließlich remis, verloren hatte ich noch nie gegen ihn. Diesmal waren die Vorzeichen nicht so gut... Giso ist erheblich besser geworden in den letzten Jahren, und ist auch in der Defensive sicherer. Geschickt, wie er mich in eine Variante lockte, in der ich mich nicht wohl fühlte. Allzu häufig passiert mir das nicht. Frühe verpflichtende Züge sorgten für eine fragwürdige Bauernstellung. Giso drohte Qualitätsgewinn - im Falle des Deckens wären weitere Löcher vorhanden gewesen. Also nimm hin, ich gab die Qualle. Im folgenden ging noch ein Bauer verloren, aber ich hatte reichlich Initiative. Mein Läuferpaar drückte ordentlich auf Gisos Stellung, der aber  ruhig blieb, und viele kleine Züge machte, um nicht in einen Mattangriff zu geraten. Ich verschärfte weiter, aber Giso behielt kühlen Kopf und bekam Luft für seine Türme. Noch sehr spät war mein Läuferpaar sehr gefährlich, aber ein meisterhafter Konter setzte den Schlusspunkt. Giso gewann, überzeugend und verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Nun führt Giso mit einem halben Punkt vor seinem Kumpel Malte und Volker (auf diese Reihenfolge zu wetten wäre sicher einträglich gewesen). Einen weiteren halben Punkt zurück - aber nur noch mit geringen Chancen auf den Pokal - sind Martin, Sören, Cliff und Alexey. Mittlerweile ist somit ziemlich sicher, dass es einen Neuling bei den Pokalsiegern gibt. Hervorzuheben ist erneut die sportlich-kämpferische Einstellung - nur ein remis; in fast allen Partien gab es Prüfungen bis zur letzten Patrone. Einen Favoriten für den Preis des kämpferischsten Spielers zu nennen fällt dieses Jahr besonders schwer.

 

Egbert Hengst