H-G-Pokal Runde 6: das Feld der Pokalsieg-Ambitionäre lichtet sich

Da ich nicht anwesend war, kann ich auch keine Details über die Verläufe der einzelnen Partien abgeben. Das gibt dem geneigten Leser die Gelegenheit, seiner Fantasie beim Zustandekommen der einzelnen Ergebnisse freien Lauf zu lassen, oder aber sich bei Augen- und Ohrenzeugen zu informieren.

Wir haben in diesem Jahr recht viele kampflose Entscheidungen. So sind wir mit knapp 30 Spielern ins Turnier gestartet, und in der sechsten Runde haben lediglich neun Paarungen statt gefunden. Vom Sturm Xaver mal abgesehen gibt es vor allem zwei Gründe: berufliche Verpflichtungen, die immer Vorrang haben, und vergleichsweise viele Krankheitsausfälle - gute Besserung all denen, denen es aktuell gesundheitlich nicht gut geht. Dass die ausgespielten Partien mit dem richtigen Elan angegangen wurden, mag man aber daran ablesen, dass nur ein einziges Spiel remis ausging. Die Kampfes- und Spiellust ist also insgesamt als sehr hoch zu bezeichnen.

Ulrich und Michael trennten sich remis. Horst gewann gegen Eckhard, Carsten gegen Jens, beides nicht unerwartet. Auch die Siege von Dirk Martens über Alexey und Cliff gegen Karina entsprechen der Papierform.

Der Sieg von Kalle über Peter Magdorf ist dann schon durchaus erwähnenswert. Das war nicht unbedingt so zu erwarten. Eine weitere Überraschung gelang Peter Henke gegen Burkhard. Bei ihm merkt man deutlich, wie sehr man sein Schach verbessern kann, wenn man es nur will. Und vielleicht hat sein Schlachtenglück auf den 64 Feldern auch mit seinem Elan neben den 64 Feldern zu tun?!

Kommen wir also zu den Spitzenpaarungen. Martin nennt mittlerweile eine ganze Reihe von Itzehoer Skalps sein Eigen. Einen weiteren fügte er mit Sörens Haupthaar hinzu, in einer weiteren Auseinandersetzung vermeintlich auf Augenhöhe.

Giso wird sowieso das Turnier gewinnen, denkt so manch einer (und ich sicher auch). Würde er gegen seinen Kumpel Malte diesen besiegen oder sich mit einem taktischen remis weiter dem Ziel nähern? Nichts von beiden, er verlor gegen Malte. Und das ist definitiv eine faustdicke Überraschung! Malte hat nach stotterndem Start in die Spur gefunden und danach bärenstark gepunktet.

Und so gibt es noch vier Anwärter auf den schönsten Pokal der Welt. Malte hat einen halben Punkt mehr als Martin, Giso und Cliff. Ein Dramatiker hätte es nicht besser konstruieren können - diese vier treffen direkt aufeinander. Giso ist gegen Martin sicher (wieder)(wie immer) favorisiert - zum Turniersieg muss er unbedingt gewinnen. In der anderen Paarung treffen daher Malte und Cliff aufeinander. Malte muss vermutlich auch gewinnen, wenn er den Turniersieg eintüten will, denn das Städtchen Buchholz spricht für ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Falle eines Punktgleichstands. Bleibt noch Cliff, er hat die schlechteste Buchholzzahl. Aber wenn er gewinnt, und Giso und Martin remis spielen, ist der Pott seiner.

Absteigen tut jedenfalls keiner, und im nächsten Jahr wird es sicher folgende Veranstaltungen geben: die Siegerehrung des diesjährigen Heinz-George-Pokals anfangs des Jahres, und zum Ende die dritte Auflage dieses schönen Turniers. Ich freue mich schon jetzt auf beides. Zunächst aber kommt die alles entscheidende siebte Runde. Spannung pur!

 

Egbert Hengst