Heinz-George-Pokal 2015: die beiden ersten Runden

Kaum neigt sich das Jahr seinem Ende entgegen, drängt sich wieder der Heinz-George-Pokal der Stadt Itzehoe in unser Bewusstsein - schon wieder ein Jahr um... Wie im Vorjahr lässt die Teilnehmerzahl zu wünschen übrig. Ein Grund ist diesmal, dass gleich mehrere Spieler verhindert sind, weil sie aus beruflichen Gründen mehrere Runden nicht hätten mitspielen können. Eine Aufwertung erfährt das Turnier durch die Anwesenheit unseres Bezirksvorsitzenden, Gerhard Ihlenfeldt (Quickborn). Die Qualität im Teilnehmerfeld ist durchaus beachtlich. Einer der größten Favoriten ist sicher Titelverteidiger Cliff Ruhland. Auch Sören Koch wird zu beachten sein, darüber hinaus Dr. Andreas Gondorf (alle IZ). Sehr gespannt darf man auf das Abschneiden von Matthias Braun sein, spielt er doch für den Ligakonkurrenten der Itzehoer in der Landesliga, Eckernförde. Im Vorjahr fast zum Pokalsieger gekürt, gehört Burkhard Lewke (Hademarschen) sicher auch zum Favoritenkreis. Kalle Schmidt muss man immer auf der Rechnung haben, und ich selbst (beide IZ) räume mir auch ein paar Chancen ein.

Die größte positive Überraschung der beiden ersten Runden ist sicher Alexej Litau (IZ). Zunächst verteidigte er sich sehr geschickt mit schwarz gegen Sören, verlor dann einen Bauern im Turmendspiel, um einen ganzen Flügel zu entvölkern, bis nur noch ein Randbauer von Sören übrig war, und dieser ins remis einwilligen musste. In Runde zwei dann eine sehr abgerundete Partie gegen Kalle, der früh einen Bauern gab, später noch einen verlor und im Leichtfigurenendspiel auf verlorenem Posten stand.

Auch Ulf kam in einer Neuauflage der ersten Runde aus dem Vorjahr zu klarem, wenn nicht entscheidenden Vorteil gegen Burkhard. Das Turmendspiel geriet ihm dann allerdings völlig aus der Hand, und so musste er etwas unglücklich die Niederlage eingestehen. Eine echte Überraschung gelang Rolf in Runde eins gegen Kalle. Dieser hatte zunächst einen Turm mehr, um ihn dann wieder zu verlieren. Kalle hatte klaren positionellen Vorteil, war allerdings in horrender Zeitnot, und verlor durch Zeitüberschreitung.

In Runde zwei gab es bereits richtungsweisende Kämpfe, was die Spitzenpositionen anbelangt. Cliff erhielt großen Entwicklungsvorsprung gegen Burkhard, riss dann die Stellung auf, was ihm Materialgewinn und den Sieg bescherte. Andreas spielte sehr aktiv gegen Matthias, und opferte eine Figur gegen die gedrückte, aber solide Stellung seines Gegners. Der revanchierte sich umgehend mit einem Qualitätsopfer und anschließendem Überfall auf das weiße Zentrum. Nach dem Damentausch stand Matthias klar besser mit seinen sehr aktiven Leichtfiguren. Das wahrscheinlichste Ende der Partie war der Sieg für ihn.

Ich spielte gegen Karina Off (Hademarschen), die einen etwas seltsamen Aufbau wählte. Eine Weile lang machte ich kleine Züge, die den gegnerischen Figuren die Luft nahmen. Als diese weit zurück gedrängt waren, kam eine Öffnung im Zentrum, an deren Ende ich eine Figur gewann. Sören stand klar auf Gewinn gegen Rolf, der recht stürmisch angriff, dann aber zu sehr an seinem Material hing, und zu passiv wurde. Sören eroberte Material, und wird sicher gewonnen haben.

Falls denn die letzten Partien so ausgegangen sind wie von mir erwartet, führen Cliff, Matthias und ich mit voller Punktzahl, in Lauerstellung einen halben Punkt dahinter Sören und Alexej.

Egbert Hengst