Heinz-George-Pokal 2015: Siegerehrung und Blitzturnier

Wie gewohnt fand die Siegerehrung in feierlichem Rahmen statt. Gleich drei Würdenträger beehrten uns mit ihrem Besuch: unser Ehrenvorsitzender Horst Klüver, der Seniorenreferent auf Bundesebene, Gerhard Meiwald sowie unser Bürgervorsteher, Heinz Köhnke. Dieser gab wie gewohnt eine Rede zum besten, die wir in Auszügen zitieren dürfen, wofür wir herzlich danken:

...Eine häufige Frage an Schachspieler ist, wie man denn sein muss, um ein Guter zu werden. Vielfach wird logisches Denkvermögen genannt, aber es gibt auch viele Gegenbeispiele, genauer gesagt: sehr gute Schachspieler, die nicht unbedingt besonders klug sind.

Vielleicht kann man das Thema beleuchten, indem man aktuelle Ereignisse würdigt.

Zum Einen ist da das kürzliche Ableben von Dr. Helmut Reefschläger, in den 80ern einer der besten deutschen Schachspieler. Dass ein Doktor der Mathematik das Zeug hat zu einem guten Schachspieler, verwundert sicher nicht. Aber Reefschläger war auch sehr eloquent, amüsant und charmant, das ganze Gegenteil dessen, was man sich unter einem kühlen Rechner vorstellt. Viele Anekdoten wären würdig, aufgezählt zu werden, aber dafür reichen Platz und Zeit nicht. Er spielte lange beim HSK (Hamburger Schachklub), zog es aber vor, die Mannschaftsabende in Hannover zu verbringen. Seine Begründung: "die Hamburger Schachspieler sind zu spießig". Ein ausgesprochener Genussmensch also, über den auch beschrieben ist, dass er "mit Frauen umgehen konnte". Und... er war ein hervorragender Klavierspieler und gewann bereits im jungen Alter Kompositionswettbewerbe. Er hatte also eine stark ausgeprägte künstlerische Ader, und war musisch ausgesprochen begabt.

Zum Anderen betrachten wir nochmals den bereits im Vorjahr angesprochenen Vincent Keymer, das größte deutsche Schachtalent (mittlerweile 11 Jahre alt). In den letzten Wochen wurde er professionellen Schachtrainern vorgestellt, um sein Talent zu begutachten. Zum Einen war da Gisbert Jacoby, Trainer beim bereits erwähnten HSK. Dessen Urteil: "So etwas habe ich noch nie gesehen". Es wurde Zeit, die Schlagzahl zu erhöhen. Und so gelang es, Vincent einem der Allergrößten der letzten Jahrzehnte vorzustellen: Ex-Weltmeister Garry Kasparow. Dieser nahm sich Zeit, und gab Vincent Aufgaben, die sehr schwierig waren, und ihn entsprechend forderten. Bei einer besonders komplizierten Studie fegte Kasparow die Figuren vom Brett und ließ Vincent blind (vor einem leeren Brett) weiter analysieren, bis dieser schließlich auf die Lösung kam. Auch Kasparow erkannte das Potential des jungen Mannes, bremste allerdings die Erwartungen. Talent allein reicht nicht. Absolut regelmäßiges Training und Tugenden wie Kampfgeist sind unabdingbar. Es wird interessant zu beobachten sein, ob Vincent es bis ganz nach oben schafft.

Eine Alternative zum Beruf Schach-Profi kristallisiert sich bei ihm bereits heraus: er hat auch das Zeug zum virtuosen Konzertpianisten.

 

Anschließend gab es das traditionelle Blitzturnier zum Abschluss. 13 Teilnehmer, unter denen sich recht schnell die Favoriten Gerhard, Cliff, Sören, Andreas und ich an die Spitze schoben. Es wogte hin und her, bis sich schließlich Cliff durchsetzte, mit einem Punkt Vorsprung vor Gerhard, Sören, Andreas und mir, alle punktgleich. Jahressieger wurde Sören, der auch davon profitierte, dass er konstant mit spielte.

Am Tag darauf verlebten wird gemeinsam unsere Weihnachtsfeier, welche auch mittlerweile verdaut sein dürfte.

An dieser Stelle möchten wir allen Mitgliedern und Freunden gesegnete Weihnachten wünschen und eine guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Egbert Hengst