Heinz-George-Pokal Runde 3 - weitere Überraschungen

Hatten wir nicht gestern erst mit dem Pokal angefangen?! Nun ist schon fast die Hälfte gespielt.

An einem der Spitzenbretter trafen die Mannschaftskameraden Dirk Clausen und Martin Kruse aus Hademarschen aufeinander. Munteres Figurenspiel mit Versuchen, den Gegner unter Druck setzen, war zu erleben. Dirk ging (was die Stellung dann erheblich änderte) mit c5 vor, Martin eroberte den Bauern, kam dann aber in kritische Situation, als dem schlagenden Läufer die Felder ausgingen. Gerade noch so eben war die Stellung zu halten, Dirk bekam den Bauern zurück. Martin hatte nun aber erhebliches Übergewicht im Zentrum und Angriff gegen die etwas aufgelockerte Königsstellung. Auch dass Dirk den schwarzen Damenflügel abräumte, nutzte nichts mehr; er erlag Martins kombiniertem Angriff von Dame und Springer - wie man weiß, ein starkes Angriffsduo. Und wer bisher noch Favoriten hatte, kommt spätestens jetzt nicht mehr daran vorbei : Martin Kruse ist einer.

Ich musste gegen Sören ran, wollte gewinnen. Er wollte das auch, so dass sich bestimmte Interessenkonflikte ergaben. Die Stellung war nicht so scharf wie sonst bei uns üblich. Es gelang mir, mit einigen provokanten Zügen ein Ungleichgewicht zu kreieren, was mir Läuferpaar, aber schlechtere Bauernstellung einbrachte. Mit einigen ruhigen Zügen nahm mir Sören einiges von dem Angriffspotential, halbierte mein Läuferpaar. Mein Gefühl sagte mir, dass ich etwas schlechter stand. Da indes Sörens Zeit knapp zu werden drohte, nahm er mein remis-Angebot an.

Carsten Coldewey drückte mächtig auf Bernds Stellung, der sich aber nicht beirren ließ, und sich weiterentwickelte. Carsten 'opferte' dann einen Läufer, und bekam Bernds König ans Laufen, dazu etwa vier Bauern. Klar war das aber noch nicht. Nach einer weiteren Kombination Carstens ergab sich ein Endspiel Springer und sieben Bauern auf Carstens Seite, Turm und zwei Bauern bei Bernd. Bernd versuchte noch das eine oder andere, hatte aber nicht mehr genug Mittel, die Bauern aufzuhalten.

Henning Olde gegen Dirk Martens; Schwerfigurenendspiel. Dirk hatte einen Mehrbauern, allerdings zwei Doppelbauern. Nachdem Henning sich genötigt sah, Dirks beherrschende Dame im Zentrum abzutauschen, kippte die Stellung zu Dirks Gunsten - der eine Doppelbauer war aufgelöst, der Turm nahm eine beherrschende Position ein. Er ging am Damenflügel vor, den Henning komplett abriegelte, vermutlich mit der Idee, alles abzuriegeln. Indes marschierte nun die schwarze Majestät zum anderen Flügel und drohte dort einen Freibauer zu bilden und/oder den Weißen in Zugzwang zu bringen. Henning versucht im Trüben zu fischen, aber Dirk gewann letztlich sicher.

Wolfgang Schlünz zeigte uns vor seiner Partie gegen Olaf Lubenow seine Gewinnpartie in der Landesliga, das sah souverän aus. Alles andere als ein klarer Sieg gegen seinen heutigen Gegner wäre eine Überraschung. Als ich aber das erste mal am Brett vorbei kam, hatte Olaf glatt einen Springer mehr. Wolfgangs Bauern gingen vor, und der Springer opferte sich. Es verblieben zwei verbundene Freibauern von Olaf, der damit den Punkt einsackte. Starke Leistung!

In zwei internen Itzehoer Duellen gewann zum einen Sven gegen Peter Henke; schon früh hatte Sven ein Figur mehr, gegen einen Bauern. Cliff spielte gegen Kalle, und dort ging's zur Sache. Kalle opferte eine Figur, es sah nicht danach aus, als ob der Angriff durchschlagen müsste. Kurz danach hatte allerdings Cliff seine Dame eingebüßt. Ein in die offene Königsstellung strahlender Läufer hatte die Entscheidung erzwungen. Kalle gewann danach sicher.

Burkhard Lewke gegen Ulf, eine klare Angelegenheit, sollte man meinen. Burkhard gewann einen Bauern, dann einen weiteren, der allerdings vergiftet war. Ulf eroberte einen ganzen Turm, entwurzelte den gegnerischen Springer und gewann leicht.

Die beiden Büsumer Volker Recklies und Ignacio de Martin haben zuhause die Partie vorgespielt, remis.

Alexey gegen Erich Haase, diese Begegnung gab es auch schon. Beide wählten ihren Standard-Aufbau, Alexey stand aber sehr bald besser. Die Details seines Siegs sind mir aber entgangen, es war eine der ersten entschiedenen Partien.

Karina Off gegen Stefan Fuhrmann?! Ich habe nichts gesehen, und kenne auch das Ergebnis nicht. Jens Bartels gewann gegen Erich Jasper. Jens berichtete, dass er Figurengewinn erzwang, kurz danach aber eine ganze Dame mehr hatte.

Arno gegen Volker Brandt - zwei ganz besondere Früchtchen... Arno griff an, hatte Raumübergewicht. Volker weigerte sich eine Weile lang, angebotene Bauern einzusammeln. Mein Eindruck war, er wollte Arno einschläfern. Im Endspiel hatte Volker dann doch einen Bauern mehr, zerrüttete zudem Arnos Bauernstellung, der sich kurz danach mit seinem Springer Volkers Läufer und zwei Freibauern gegenüber sah. Arno hätte leicht alles blockieren können, der Springer hätte ein Feld gehabt, von dem aus er alles im Griff gehabt hätte. Leider wählte Arno für seine Springer einen anderen Platz, von dem aus er keinen Zug mehr hatte, und Volker den Sieg überließ. Die dritte klare Überraschung an diesem Abend!

Bei Ulrich Weber gegen Peter Cymbalista ging's hoch her. Peter opferte (oder verlor?!) eine Qualität, hielt aber die Spannung aufrecht. Ulrichs Zeit schwand dahin, Peter eroberte die Qualle zurück, dazu zwei Bauern in einem Turmendspiel. Das war aber nicht trivial zu spielen, Ulrichs Bauer näherte sich bedrohlich der Grundlinie. Auch hier zeigte sich, dass Peter die Details kannte, rechtzeitig gelangte sein König in ein Versteck, eroberte den gefährlichen Bauern und gewann die Partie. Viele Feinheiten, es war nett anzusehen.

Nun gibt es noch einen verlustpunktfreien Spieler, Martin Kruse. Was ich gesehen habe, steht er dort absolut zurecht, eine souveräne Leistung bisher. Einen halben dahinter schon Dirk Martens, die beiden Kollmaraner Carsten Coldewey und Olaf Lubenow sowie Sören und ich. Für weitere Spannung ist gesorgt.

Egbert Hengst