Heinz-George-Pokal Runde 5 - der Weizen trennt sich von der Spreu

Im Duell der Punktbesten spielte ich mit schwarz gegen Martin Kruse, der bisher sehr überzeugend auftrat. Diesmal hatte ich etwas Entwicklungsvorsprung, dazu latente Drohungen. Nachteilig war das Läuferpaar bei Martin, und die Schwierigkeiten, meinen Läufer zu aktivieren. Und als sich das alles auflöste, indem ich sein Läuferpaar halbierte, die Bauernstellung ins Lot brachte und dafür im Gegenzug meinen Entwicklungsvorsprung hergeben musste, kamen wir in eine absolut ausgeglichene Stellung - symmetrische Bauern, keine Schwächen, keine Hebel, auch noch ungleichfarbige Läufer. Mein remis-Angebot nahm Martin nach einigem Zögern an. Die Retro-Analyse zeigte, dass jede Variante, die wir betrachten, mit ausgeglichenen Chancen endete.

Die beiden Hademarscher Dirks gegeneinander (Clausen und Martens); langes Abtasten war zu sehen. Irgendwann ging D. Clausen vor, es bildeten sich sogleich Schwachpunkte, die Dirk M belagerte und ausbeutete. Beide Springer machten reichlich Beute, bis letztendlich die weiße Stellung perspektivlos ausbrannte. Recht sicherer Sieg für Dirk Martens, wir mir schien.

Von Sören würde man ebenfalls einen sicheren Sieg gegen Alexey erwarten. Am Ende hatte er auch ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Das Ergebnis war allerdings remis; Sören meinte, er hätte Glück gehabt. Sven und Kalle hatten vorgespielt, ebenfalls remis.

In einem Verfolgerduell standen sich Carsten Coldewey und Volker Recklies gegenüber. Ein zähes Ringen um kleine Vorteile, die sich bei Carsten aufgrund einer ewigen Bauernschwäche (und dem Feld vor diesem Isolani) häuften. Volker gelang aber weitestgehend die Nachteile in Grenzen zu halten, kam dann aber doch in ein Endspiel mit einem Minusbauer. Das wäre zu halten gewesen, aber nur bei permanent genauem Spiel. Und da bei schon großer Zeitnot von Carsten (ca. 3 Minuten für den Rest) dieser Turmtausch erzwingen konnte, entstand ein elementar gewonnenes Bauernendspiel, das Carsten sicher gewann.

In Itzehoer Duellen gewann Jens gegen Ulf. Jens sammelte Material, während Ulf darauf pochte, dass Jens nicht rochiert hatte. Als diese dann nachgeholt wurde, und Jens immer noch eine Mehrfigur hatte, war die Partie gelaufen. Arno belagerte die Stellung von Peter Cymbalista, fing sich aber Schwächen ein. Und Peter sammelte Vorteile um Vorteile, gewann zwei Bauern, und brachte diesen Vorteil sicher nach Haus.

Volker Brandt gegen Cliff, unseren frisch gebackenen Landesschnellschachmeister der U18! Wer war Favorit? Volker schien Cliff verwirren zu wollen, aber so recht funktionierte das wohl nicht. In der einzigen Stellung, die ich sah, war das Brett voll, Cliff stand besser, und hatte dazu drei Mehrfiguren für gar nichts. Am Ende sicherer Punkt für Cliff.

Bei Henning Olde gegen Peter Henke war recht schnell eine sehr unausgewogene Materialverteilung auf dem Brett. Wenn ich mich nicht verguckt habe, hatte Henning Dame und Läufer gegen zwei Türme und einen Springer.  Beim Abschätzen der Stellung hatte ich die Chancen für ausgeglichen gehalten. Allerdings gewann Henning doch recht früh, und Peter meinte, er hätte schon länger schlecht gestanden.

Bei den Senioren sammelte Erich Haase Püppchen um Püppchen von Erich Jasper ein. Das Großhirn musste vermutlich nur bemüht werden, um Pattgefahren auszuschließen. Sascha Abel gewann gegen Rolf Meier. In einem Bauernendspiel entschied die Mehrheit zugunsten von Sascha.

Karina Off musste erneut (diesmal gegen Ulrich Weber) den Weckruf 'Zeit' über sich ergehen lassen, die Arme! Allerdings hatte Ulrich nicht alle Züge mitgeschrieben, Karina hatte die 30er Grenze bereits überquert. Karina ließ sich indes nicht beirren, eroberte Material und drückte den schutzlosen weißen König in die Ecke. Diverse Drohungen parierte Ulrich, musste sich aber schlussendlich der Übermacht beugen.

Vorn sind nun Dirk Martens, Martin Kruse, Carsten Coldewey und ich, dahinter mit einem halben Punkt Abstand die vier Itzehoer Sören, Sven, Kalle und Alexey. Für weitere Spannung ist gesorgt; mindestens diese acht Spieler haben reelle Chancen, den neuen Pott zum ersten Mal zu ergattern.

Egbert Hengst