Hallo liebe Schachfreunde

 

Ich, Stefan Fuhrmann, bin in der zweiten Woche der Osterferien mit Cliff

Ruhland zur Landesjugendeinzelmeisterschaft in Neumünster gefahren, und möchte über diese Veranstaltung ein paar Zeilen schreiben.

Die LJEM wird jedes Jahr in Neumünster in der Jugendherberge "Kiek In" ausgetragen. Ich habe mich also mit Cliff im Kiek In untergebracht.

Diese Veranstaltung ist für alle schachspielenden Kinder ein Schritt nach vorne, weil sie sich eine Woche lang intensiv mit dem Spiel beschäftigen. 

 

Auf der Hinfahrt sagte Cliff zu mir, dass er aus 9 Runden 7 Punkte holen wolle. Am Ende sind es dann aber leider nur 6,5 Punkte geworden. Wir sind aus Itzehoe um 9.45 Uhr losgefahren und um 10.25 Uhr in Neumünster angekommen. Die erste Runde startete um 13.30, so dass wir noch ausreichend Zeit hatten unsere Zimmer einzuräumen. Was bemerkenswert ist, obwohl ich mein Schachshirt vergessen hatte und Cliff seines nicht angezogen hatte, wurden wir sofort als Itzehoer erkannt.  Cliffs erster Gegner war Dietrich Laubach (DWZ 864) vom Möllner SV. Cliff musste mit Schwarz spielen. Aber der Gegner wählt e4 und Cliff ist in seiner Aljechin Eröffnung. Cliff hat hier eine Neuerung gefunden aber so weit kam es gar nicht erst. Ich habe einen kleinen Abstecher in die Meisterklasse gemacht, die in einem gesonderten Raum gespielt hat. Hier tummelten sich Spieler wie Benedict Krause oder Emil Powierski. Als ich dann wieder zurückkam war Cliffs Partie schon vorbei. Cliff hatte 10 Minuten verbraucht und 17 Züge gespielt. Der Gegner fand nach 45 Minuten keine Antwort mehr und gab die Partie auf. 1:0 für Cliff.

 

Am zweiten Tag musste Cliff mit den weißen Steinen gegen Dominic Nickel spielen. Der Gegner hat zwar eine höhere DWZ, aber das nutzt gar nichts wenn man am Brett müde ist und sich nicht konzentriert. Er greift dann am Damenflügel an und seine Stellung fliegt weg. 2:0

 

In der dritten Partie musste Cliff mit Schwarz gegen den späteren Gruppensieger Mattis Birkhahn (1707) vom LSV antreten. Mattis hat sich auf Aljechin vorbereitet und dementsprechend dauert die Partie nur ganze 12 Züge. 2:1

 

Am dritten Tag wartete mit Moritz Ruegge (1008) von Tura Harksheide ein leichterer Gegner. Cliff hat auch keine Probleme in die Partie zu kommen. Er erspielt sich einen kleinen Vorteil, der zu einem großen wird und schließlich den vollen Punkt nach Hause bringt. 3:1

 

Am vierten Tag werden wieder 2 Partien gespielt. Die erste Partie gegen Tim Lengler (1542) von Tura Harksheide bringt Cliff souverän nach Hause. Er erspielt sich einen Vorposten auf d6 und besetzt diesen mit einem Springer. Anschließend rücken die anderen Kräfte nach und machen dem König den Garaus. 4:1

In der zweiten Partie gegen Florian Lentz (1631) wählt Cliff eine Remisevariante. 4,5: 1,5

 

Am fünften Tag ist irgendetwas kaputt. Ich sitze noch am Frühstückstisch, da wird mir mitgeteilt, Cliff hat eine Dame mehr. Zum Zuschauen komme ich gar nicht. 5,5:1,5

Aber die zweite Partie lässt mich erschaudern. Cliff macht einen schlechten Zug nach dem anderen, findet keinen Plan etwas sinnvolles zu gestalten und schmeißt die Partie weg. 5,5: 2,5. Gleichzeitig verliert Mattis Birkhahn gegen Moritz Ruegge. Cliff ärgert sich.

 

An diesem Abend schauen wir uns noch einige Varianten im Sizilianer an und Cliff bereitet sich auf seinen letzten Gegner vor. Rouven-Peer Trede vom LSV fand jedoch überhaupt nicht in die Partie und gab nach 14 Zügen auf. 6,5: 2,5

 

Am Ende erreicht Cliff den dritten Platz in der U18 Vormeistergruppe, was eine hervorragende Leistung ist. Ich habe mich lange mit Manfred Sümnich aus Barmstedt unterhalten und er bemerkte sehr treffend: „Eine Woche LJEM ist wie 1 Jahr Schachtraining“. Ich hoffe daher, dass ich nächstes Jahr ein paar Jugendliche mehr mitnehmen kann, denn gerne würde ich wieder als Betreuer nach Neumünster fahren.

 

Bis Donnerstag

 

Stefan Fuhrmann