Von Löwen, Leoparden, Geparden und Präriehunden

Es war einmal vor langer Zeit eine schöne Insel. Auf dieser vergnügten sich, jeder in seinem Bereich und zur Zufriedenheit von allen Löwen, Leoparden, Geparde und Präriehunde. Das Leben war nicht leicht, aber man hatte sein Auskommen. In regelmäßigen Abständen sorgte Mutter Natur für besonders nahrhafte Beutetiere, jeweils drei pro Zeitraum. Das Raubtier, welches sich dieses Beutetier schnappen und verzehren konnte, stieg zur Belohnung in den Olymp auf. Die Löwen erhielten jeweils eins der Beutetiere, während die anderen drei sich zwei Beutetiere teilen mussten. Es ist nicht überliefert, welche der anderen Tiere wie gehandelt haben, daher nennen wir sie im folgenden T1, T2 und T3. T1 wurde zur Hälfte ins Revier von T2 geschickt, zur Hälfte ins Revier von T3. Das war kein Problem, denn T1 hatte in jedes andere Gebiet eine ähnlich geringe Entfernung zu absolvieren.

Nun geschah es, dass sich unter den Löwen, die recht kurze Wege zwischen einander hatten, Unzufriedenheit breit machte. Sie seien viel stärker als die anderen, und die Wege in den verschiedenen Gruppen seien unterschiedlich lang. Daher sollten ab sofort insbesondere nur noch zwei Opfertiere pro Periode dargebracht werden, das würde außerdem Mutter Natur entlasten. T1, T2 und T3 verstanden zunächst nicht den Sinn, aber da sie sich nicht einig waren, wurde der Vorschlag angenommen.

Eine Vertretung wurde beauftragt, die Verteilung der zwei Opfertiere auf die vier Gruppen zu regeln. Schnell stellte sich heraus, dass die Löwen untereinander bleiben wollten, und weiterhin eins der Beutetiere beanspruchten. Unter den anderen Gruppen begann sich Unmut breit zu machen. Aber es war zu spät, sie hatten ja schon zugestimmt. Und wer würde es wagen, die Löwen aufzufordern, sich doch gleichfalls aufzuteilen? Niemand, der Löwe ist der König der Tiere. Alsdann entbrannte ein Streit zwischen den anderen Gruppen. T1 wollte sich zunächst zu den Löwen gesellen, denn was gut für die Löwen ist, muss doch auch gut für alle anderen sein. Nun regte sich Widerstand, denn die Entfernungen zwischen einigen Mitgliedern von T2 und T3 waren doch so groß, dass man sie nicht sinnvoll zusammenpacken konnte. Dabei bestimmte T2, wer denn überhaupt mit ihnen zusammen sein dürfe. Sie hatten auch kein Problem, denn da ihr Revier zu weit weg von den Löwen war, hatten sie keine Berührung mit denen. Also waren sie schnell Herr über das zweite Revier. Und T1 konnte beliebig aufgeteilt werden in die beiden Gebiete. Dass es nun T3 schlecht ging, weil die aufgeteilt werden mussten, und in dem jeweiligen Revier die Minderheit stellten und nirgends gern gesehen waren, interessierte die Löwen nicht, T1 nicht, T2 nicht. Und so kam es, dass T3 teilweise abwanderte in vorher weniger attraktiv erscheinende Gebiete jenseits der schönen Insel. Die kleinen Reste wurden nach und nach in den fremden Gebieten verdrängt. Bald verödete der gesamte Lebensraum von T2, es bildeten sich Wüsten. Und so lebten nach kurzer Zeit nur noch Löwen, T1 und T2 auf der Insel. Manche fanden das betrüblich, anderen war es egal, andere freuten sich, hatten sie doch nun mehr Lebensraum. Auch die Löwen hatten überhaupt nur einen einzigen Vorteil bei der Sache: sie hatten ihren Willen durchgedrückt, und Macht ist doch auch etwas Schönes.

Und die Moral von der Geschicht: sei so stark wie ein Löwe, halte Dich fern von ihnen oder sei selbst einer.

 

Etwas ganz anderes: unser Protest gegen die aktuelle Ligeneinteilung wurde abgewiesen, das Schiedsgericht ist nicht zuständig.  Schade, wir haben wochenlang versucht eine Instanz zu finden, die unsere Argumente zur Kenntnis nimmt.  Nun denn, wir sind zusammen mit Glückstadt, Elmshorn II und Quickborn in der Staffel B, in der sich sonst nur Mannschaften im Osten Hamburgs tummeln. Seit zig Jahren weiß man, dass in SH die Nord-Süd-Verbindungen gut sind, hingegen die Ost-West-Verbindungen schlecht bis katastrophal; solche Erkenntnisse sind offenbar irrelevant oder bei den Verantwortlichen verloren gegangen.

Also: es werden mindestens vier, eher fünf, vielleicht sechs Mannschaften absteigen aus der Verbandsliga. Vorteile: nahe 0. Welch ein Segen für das Schach in Schleswig-Holstein.

 

Egbert Hengst