OHSM Siegerehrung und Abschluss: fette Beute in Dithmarschen

Die offenen Heider Stadtmeisterschaften 2014 fanden ihren würdigen Abschluss. In gewohnt freundlicher Atmosphäre traf man sich zur Siegerehrung und abschließendem Blitzturnier.

Ich fand das Niveau des Turniers durchaus gut. Es gab mehr als eine Handvoll Favoriten, was lange für große Spannung sorgte. Hervorzuheben auch der große Kampfgeist der Spieler, verbunden mit sportlich-fairer Einstellung. Und natürlich gab es eine ganze Fülle von Überraschungen. Das Teilnehmerfeld bekam auch eine besondere Würze durch die Jugendlichen, die allesamt einen kräftigen DWZ-Zuwachs verzeichnen konnten.

Strahlender Sieger  der OHSM wurde Cliff, mit satten 1,5 Punkten Vorsprung. Eine superstarke Leistung von vorn bis hinten. Neben dem Siegerscheck gab es auch den schönen Wanderpokal, wenn auch nur für ein Jahr. Ich bin ganz sicher, dass dieser einen würdigen Platz erhalten wird, darüber hinaus steht für mich fest, dass es nicht der letzte Pokal sein wird, den Cliff in seinen Besitz nimmt. Klangvolle Namen sind auf dem OHSM-Pokal verewigt, neben einigen Heidern findet man auch den letzten Sieger aus Itzehoe, Helmut Janßen.

Zweiter wurde ich, nur aufgrund der Zweitwertung vor dem Titelverteidiger Sönke Becker. Mit meinem Spiel konnte ich zu selten zufrieden sein. Auf der anderen Seite hatte ich von Runde zwei an ausnahmslos Gegner, denen man Chancen auf den Turniersieg einräumen musste. Sönke hatte da und dort auch etwas Glück, was in etwa dadurch ausgeglichen wurde, dass er in der letzten Runde gegen Cliff den Sieg aus der Hand gegeben hat. Vierter wurde vor einigen anderen Spielern mit einem halben Punkt weniger Martin Kruse, der sich sicher auch mehr ausgerechnet hatte. Für mich war er Topfavorit, aber die Niederlage gegen Cliff war das Ende der Träume in dieser Richtung.

Es gab einige weitere Preise, von denen ich nur den Titel der offenen Heider Stadtmeisterin als beste Teilnehmerin, Karina Off, hervorheben möchte.

Im anschließenden Blitzturnier waren neben Cliff und mir mit Ulf und Alexey zwei weitere Itzehoer vertreten. Cliff stand anfangs neben sich, nicht verwunderlich. Nach so einem Triumph ist es nicht so leicht, die Spannung zu halten. Ich begann durchwachsen, in Runde sechs war Schluss mit irgendwelchen Ambitionen. Glückliches remis gegen Ulrich Weber, Niederlagen gegen Kenneth (matt in 1, toll) und Michael Jendrian brachten mich nur etwas über 50 %. Klarer Tabellenführer zur Halbzeit war Michael mit 100 %. Man könnte nun bissig sein, und bemerken, dass er ja auch die ganze Zeit über seine heutigen Gegner studieren konnte. Aber sein Spiel war stark, muss man ohne Neid anerkennen. Gegen Alexey hatte er dann erstmals etwas Glück, in klarer Verluststellung auf Zeit gewonnen.

Dann gab es Würstchen zur Stärkung, eine prima Sache. Im Anschluss hatte ich etwas Glück gegen Gerhard, und gewann alle Runden zum Ende hin. Michael ging etwas die Puste aus, und er verlor die letzten drei Runden. Tatsächlich wurde ich Sieger, sicher noch etwas glücklicher als beim Hauptturnier. Zweiter wurde Michael, gefolgt von Cliff. Auch Alexey auf Rang sechs hatte starke Auftritte. Jungfräulich kam Ulf durchs Turnier, nicht ohne sein Lächeln zu verlieren. Bei soviel Beharrlichkeit stand ihm denn auch als Erstem zu, sich an dem mit Süßigkeiten gefüllten Gabentisch zu bedienen. Und so wanderten diverse Leckereien in unsere Hände, dazu ein blauer mit Schachmotiven verzierter Kaffebecher. Ein Teilnehmer meinte, dass er denselben hätte, nur in blau.

Der größte Schatz, den wir mit auf die Heimreise nahmen, war neben dem Pokal allerdings die Erinnerung an ein prima Turnier und viele schöne Stunden. Wir kommen sicher gern wieder, aber erstmal sind die Heider dran, im Herbst bei uns.

Vorher sieht man sich nochmal beim alles entscheidenden Abstiegskampf Itzehoe gegen Heide. Der Verlierer steigt ab. Und obwohl so viel auf dem Spiel steht, bin ich sicher, dass unsere über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft Bestand haben wird.

 

Egbert Hengst