Pokal-Aus in Lübeck

In den letzten Wochen hatten wir viel mit Lübeck zu tun; einige Entscheidungen wurden dort zum Thema Verbandsliga-Reform getroffen; nun waren wir selbst mal da.

Die Verbandsliga steht vor der Tür, in zwei Wochen geht es los, erster Gegner wird sein : Eutin. Heute war Pokal-Viertelfinale (nach unserem Erstrundensieg gegen Heide und einem Freilos war das unsere zweite Spielrunde), unser Gegner war der Ligakonkurrent Eutin.

Wir waren klarer Außenseiter, die DWZ-Lücke klaffte von 0 an Brett eins über 100, 200 bis hin zu mehr als 500 an Brett vier immer weiter auseinander. Mit Hajo, Arno, Cliff und mir waren die gleichen Spieler am Start wie in Brokdorf.

An allen Brettern wurde zügig gespielt. Hajo hatte eine fast symmetrische Stellung, bei der er leichten Vorteil zu haben schien. Lavieren und Manövrieren war angesagt. Arno spielte mutig, ließ sich aber einen schwachen Bauern verpassen, um sein Zentrum zu stützen, und überließ dem Gegner das Läuferpaar. Allerdings hatte er einen Springer nett beim Gegner eingepflanzt. Auch Cliff hatte einen fast symmetrische Stellung. Die löste sich aber auf, als Cliff ebenfalls seinem sehr erfahrenen Gegner das Läuferpaar überließ, und am Damenflügel vorging.

Mein Gegner hatte mir einen Nebenvariante vorgesetzt, die ich nicht kannte. Ich fand aber einen ganz guten Weg, seine Initiative einzudämmen, tauschte die Damen, belagerte einen schwachen Bauern. Vorwärts kam ich aber nur, wenn... War leider nichts, genau dieser Zug kam, und die Züge wurden wiederholt, remis.

Cliff hatte mittlerweile den Damenflügel abgeschlossen, dort war kein Fortkommen mehr möglich, am Königsflügel rückten des Gegners Bauern vor, Cliffs Springer rangen nach Luft.

An Hajos Brett passierte lange (fast) nichts, von dem Umstand abgesehen, dass sein Gegner sich der Zeitnot näherte. Dann kam eine Abwicklung, die forciert schien. Qualitätsopfer, danach schlichte Bauerngabel... ging nicht, der gabelnde Bauer war zum Schaden seines Herrn gefesselt. Ein paar Züge später gab Hajo auf.

Cliff versuchte zu verwickeln, aber sein Gegner zeigte sich auf der Höhe, gewann eine Figur und schob den Vorteil nach Hause.

Arnos Gegner ging am Königsflügel vor, tauschte den einen Läufer ab, zerrüttete dann Arnos Bauernstellung, und kam schlussendlich mit Dame und Läufer durch. Der schöne Springer hatte mittlerweile einen anderen feinen Platz gefunden, aber das nützte nichts mehr. Die Partie war verloren.

Dreimal hatten unsere Gegner das Läuferpaar, dreimal ging es um das schöne Springerfeld c4; einmal gewann es (wenn auch unnötig), einmal nutzte es nichts, einmal leuchtete es ohne weiteren Schaden anzurichten.

Klare Niederlage für uns. In zwei Wochen müssen wir besser punkten, wollen wir besser punkten, und werden wir besser punkten. Das Geheimrezept von Hajo ist doch auch ganz einfach : jeder spielt mindestens so gut wie er kann, und jeweils zwei oder drei von uns spielen etwas besser. Schach kann so einfach sein...

Nun waren wir alle mal in Lübeck, und haben interessante und nette Menschen kennengelernt oder wiedergesehen (aus Lübeck, Segeberg, Wrist, Schwarzenbek, Bad Oldesloe, Ratzeburg, und auch aus HH-Eimsbüttel - die Welt ist klein).

 

Egbert Hengst