Saisonrückblick 2012/13: lowshadows und highlights

 

05.08.2012: SH zu Gast in Brokdorf, ein Rohdiamant wird geboren

1. Runde Pokal, in Brokdorf. Da kann man ja mal teilnehmen. Mit Hajo und Arno waren zwei 'Neulinge' an Bord, dazu mit Cliff einer unserer talentierten Jungs. Wenn man denn will, darf man auch. Karl Valentins "wollen hätte ich schon gern gemöchtet, nur dürfen habe ich mich nicht getraut" gilt bei uns nicht. Dazu kam ich, also stellten wir eine bunte Truppe. Man rechnet nun mit Gegnern von woanders, Lübeck oder Wyk z.B. Nun denn, wir werden gegen Heide gepaart. Relativ rasche remis von Arno gegen Gerhard Meiwald und mir gegen Sönke Becker folgten. Ich hatte ein gutes Gefühl, Hajo stand bereits etwas besser, und wollen doch mal sehen, wie Cliff mit Druck umgeht. Wie wir später erfahren sollten, ausgezeichnet. Und da auch Hajo gewann, hatten wir 3:1 gegen Heide gewonnen.

Sicher gut, aber das aus meiner Sicht bemerkenswerteste spielt sich ab an (genauer : neben) Brett 4 des topspielzuschlagstauglichen Matches Norderstedt gegen Bargteheide (welches überraschend von Bargteheide gewonnen wurde). Dort spielt Matthias Thanisch (Bar) gegen Enrico Eichstädt (Nor). Die Stellung erinnert an das beschleunigte Fianchetto im Sizilianer, schwarz hat sich mit e5 und f5 Aktivität verschafft, aber auch etwas kompromittiert, und weiß das Feld d5 gegeben, auf dem bereits ein Springer nistet, und nach Opfern im schwarzen Lager Ausschau hält. Ich träume noch vor mich hin, und plane langfristigen strategischen Vorteil für weiß, als Cliff vorbeitrödelt und mir ins Ohr flüstert: "b4 gewinnt". Bumm. Ich gucke und erkenne (nunmehr nicht mehr träumend): stimmt. Kurz danach spielt weiß b4, kurz danach gibt schwarz auf. Und spätestens hier war mir sonnenklar, was wir da für einen Rohdiamanten in unseren Reihen haben.

 

17.09.2012: Miss-Wahl in Lübeck - the brunette takes it all

Im Vorwege der Miss-Wahl hatte sich die Brünette bereits klar gegen die Schwarzhaarige durchgesetzt. Sie war sich ihres Sieges sicher, doch dann tauchte die Blonde auf. Diese war schon länger als erfolgversprechende Kandidatin im Gespräch, aber es dauerte lange, bis sie sich den Weg durch die Mühlen der Instanzen gebahnt hatte. Und die Brünette begann sich ernsthafte Sorgen zu machen und zu toben. Und siehe da: bei der entscheidenden Wahl in Lübeck hatte die sehr ansehnliche Blonde eine springerhohe Überlegenheit, was die Akzeptanz in der Jury anbelangte. Infolge skurrilen Abstimmungsverhaltens ergab sich indes ein lupenreines unentschieden. Aufgrund dessen wurde die Brünette unverzüglich und ohne weitere Einspruchsmöglichkeit mit einem formidablen Siegerscheck ausgestattet und entschwand für ein Jahr auf gesponserte Weltreise. Nur zu verständlich, dass sie ein schlechtes Gewissen bekam, und versuchte, im Nachhinein das Abstimmungsergebnis zu ihren Gunsten zu ändern. Wer würde es wagen zu kritisieren, dass sie obendrein Unwahrheiten über das Abstimmungsergebnis verbreitete?

Am selben Tag wurde am selben Ort auch das Schicksal der Mannschaften des Bezirks West in geordnete Bahnen gelenkt. Freud und Freud lagen dicht beieinander: Quickborn und Elmshorn dürfen in den Osten, Heide und Hademarschen dürfen in den Norden, Glückstadt und Itzehoe dürfen dank tatkräftiger Hilfe von vermeintlichen Freunden und Fürsprechern nun auch dorthin, wo sie nicht hingehören und ums Verrecken nicht hinwollten: in den Osten. Insgesamt darf man vermelden, dass alle Mannschaften im Land in der Staffel spielen dürfen, in der sie das tun wollen, nur nicht zwei Kieler Mannschaften, die lieber im Süden gespielt hätten, sowie Glückstadt und Itzehoe, die lieber im Norden gespielt hätten. Mit welchem Recht wurde diesen Mannschaften das verweigert? Blanker Egoismus verbunden mit verhöhnenden Scheinargumenten wie "dem Land etwas Gutes tun" (die aktuelle Aufteilung mag gut sein für den Bezirk Nord, für Lübeck und Süd ist sie schlecht gegenüber der genannten Alternative, den beiden Kieler Vereine sowie Glückstadt und Itzehoe ihren Wunsch zu erfüllen, für Kiel ist sie ganz schlecht, für den Bezirk West ist sie schlechteste aller Vorschläge) sind denn auch der Boden, auf dem Zwietracht prima gedeihen kann. Wie konnte dieser Irrsinn je eine wenn auch unentschiedene Mehrheit finden?

Die Vorbereitung und Realisierung der Reform kommt einem einzigen Desaster gleich. Man verdaddelt volle zwei Jahre, vermutlich in der Hoffnung, irgendwelche zu regelnden Dinge werden sich schon irgendwie von allein erledigen. Irgendwann sind wir drei Wochen vor der Einteilung der Spieltage, und eine Instanz des Landes vertut zwei Wochen, um zum Ergebnis "nicht zuständig" bei einer notwendigen Entscheidung zu kommen. Das wiederum finden Mitglieder einer anderen Instanz des Landes wenig hilfreich, und konstatieren "zu spät" (um sich noch damit zu befassen). Absolut verantwortungsloses Handeln ist hier das mindeste, was man bei einer Würdigung solchen Tuns bzw. Untuns konstatieren muss.

Im Norden zählen Heide und Hademarschen nunmehr zu den Abstiegskandidaten, im Osten sind ebenfalls alle Mannschaften des Westens gefährdet, am wenigsten wohl Glückstadt.

 

01.11.2012: Stadtpokal ist Geschichte, Heinz-George-Pokal der Stadt Itzehoe ist Gegenwart und Zukunft

Unter neuem Namen ist das vormals Stadtpokal genannte Turnier gestartet : Heinz-George-Pokal der Stadt Itzehoe. Wir selbst wollten unserem ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden eine Ehre erweisen, Stadt und Familie waren angetan.

30 Teilnehmer, das Turnier ist wieder beliebter geworden. Neben Eigengewächsen sind vor allem Hademarschen und Kollmar stark vertreten. Schon in der ersten Runde eine faustdicke Überraschung: Vorjahressieger Dirk Martens muss sich mit einem remis gegen unseren Neuzugang Pit Cymbalista zufrieden geben. Viele weitere Überraschungen folgen, es gibt wenig Kurzremisen, viele von sportlichem Kampf geprägte und dennoch fair geführte Partien.

 

24.11.2012: der Beste des Landes

Jipp, ist er. Cliff ist Landesschnellschachmeister der U18 (und mit Land ist tatsächlich SH gemeint, nicht ein Stadtteil von IZ). Junge Junge, macht der Bursche Fortschritte! Nochmal zur Erinnerung, was bei einer gelungenen Kombination von Talent, Ehrgeiz und Fleiß bei hinreichend gutem Training auch in kurzer Zeit möglich ist: Cliff hat sich erst seit Anfang 2011 mit Schach beschäftigt, in weniger als zwei Jahren ist er so gut geworden!

 

25.11.2012: Die Erste ist völlig abgetaucht

Nach drei Spieltagen sieht es kohlpechrabenschwarz aus für unsere Erste. Konnte man am ersten Spieltag bei einem 3:5 gegen Eutin mit der Leistung weitestgehend zufrieden sein, mischte sich bereits dort eine wenn auch kleine Portion Unzufriedenheit mit der Punktausbeute: ein unentschieden wäre drin gewesen.

In der zweiten Runde durften/mussten wir gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Ahrensburg ran. Und ganz fraglos haben wir dort eine gruselige Vorstellung abgegeben. Auch zwar "nur" 3:5, aber ich bin so vermessen zu behaupten, dass fast niemand von uns seine normale Leistung brachte. Und selbst der einzige volle Punkt für uns war noch ein Geschenk, remis war angeboten und abgelehnt. Schwamm drüber... schlechter geht es nicht, so dachten wir.

Dritter Mannschaftskampf erneut gegen eine Mannschaft aus dem Osten, durch und durch mit starken Spielern besetzt, gut in die Saison gestartet, sehr ausgeglichen, mit einer guten Mischung aus routinierten älteren und routinierten jüngeren Spielern - Segeberg. Zu allem Überfluss wird uns durch einen Noteinsatz unser achter Mann wegretuschiert... Und dann steht es doch plötzlich 3:4, wir haben die Chance auf den ersten Punktgewinn. Es war leider nichts, auch die letzte Partie geht verloren, wir stehen mit 0:6 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ein Narr muss sein, wer noch an unsere Rettung glaubt. Ich kalkuliere dann aber doch mal, und komme auf 9:13 Punkte (ich kann das leider nicht beweisen, muss es aber auch nicht). Das würde vermutlich sogar reichen, wenn "nur" vier Mannschaften absteigen, nicht indes, wenn fünf oder sechs oder sieben oder acht oder neun oder zehn oder elf oder zwölf der zwölf Mannschaften absteigen.

 

01.02.2013: Die Zweite ist fast durch

Unsere Zweite spielt mittlerweile an der Spitze der Tabelle, nur noch Heide II kann folgen (wenn sie auch bei einem Spiel mehr sogar einen Punkt besser liegen). Heimspiel gegen Uetersen steht an. Als ich komme, sieht es düster aus, auch wenn ich fast überall gute Laune sehe. Außer an einigen wenigen Brettern, wo die Lage ausgeglichen ist, stehen wir überall schlechter. Aber das macht unseren Recken nichts. Die knapp schlechteren Partien werden remisiert, die ganz schlechten auch, und die ausgeglichenen werden gewonnen - macht 5,5 : 2,5. Wettkampfhärte mag ein Grund sein, vor allem sehe ich Lust und Optimismus, eine positive Unbekümmertheit. Hier wie die ganze Saison über mit einem vollen Punkt : Pit Cymbalista. An diesem Spieltag fiel die Vorentscheidung, dass Itzehoe II Meister wird, 3 Punkte vor Heide II.

 

03.02.2013: Phoenix aus der Asche ist noch in der Asche

Nach drei weiteren Spieltagen sieht die Lage am Westrand der Verbandsliga Ost anders aus. Das unvergessliche Wochenende mit dem Wetter... wir entscheiden trotz mehrfachen Ersatzes nicht die Karte "Fairness" zu ziehen, und fahren über spiegelblanke und ebenso glatte Straßen ins weit entfernte Glückstadt. Kaum zu glauben, mittags sind wir wieder zuhause und haben 6:2 gewonnen. Dann kam ein Arbeitssieg gegen Elmshorn II, die keineswegs schwach spielten, nicht überraschend, und so darf man sagen : wir leben noch.

Und gleich der nächste West-Verein, wieder auswärts: Quickborn, nahezu sensationell gut in die Saison gestartet. Hier haben wir mal etwas Glück: eigentlich sieht es sehr gut aus für uns, als sich Blatt wendet und einiges nach einem 4:4 aussieht. Dann aber bekommen wir doch den 4einhalbten Punkt, und fahren mit 5:3 nach Haus. Mit 6:6 Punkten und 25:23 Toren stehen wir sportlich ordentlich da, leider reicht das nur zu Platz acht, der wie man mittlerweile weiß die Qualifikation für die Bezirksliga sichert.

 

03.03.2013: entscheidende Runde in der Jugendverbandsliga A: Klassenerhalt gesichert

Tatort Räuberhöhle Blitzplatz, Sandberg, Itzehoe. Letzter Spieltag, es geht gegen unsere Nachbarn aus Marne. Deren Jungs hatten in der letzten Saison den unsrigen noch klar die Grenzen aufgezeigt, und den Aufstieg als Meister klar gemacht, während wir als Zweiter der BL klarer Außenseiter in der VL waren. Nun indes reicht uns am letzten Spieltag ein unentschieden, um den Klassenerhalt zu sichern, während die Marner unbedingt gewinnen müssen. Wie wichtig denen das ist, zeigt die Anwesenheit des 1. Vorsitzenden. Als ich kam, stand es 0:2. Lasse und Jannis hatten verloren, mindestens die Niederlage von Jannis war unnötig und unglücklich. Bei uns kämpfen noch Cliff und Nils. Cliff erdrückt seinen Gegner, der trotz fast gleichen Materials das Matt vor Augen aufgibt.

Die letzte Partie gehört Nils. Und sie ist ein Spiegelbild der gesamten Saison. Cliff holt zwar Punkt um Punkt, aber allein kann er es nicht schaffen. Und hier ist Nils gefragt. In sehr kreativer Weise opfert er Bauern, um dem gegnerischen König zu Leibe zu rücken, und lässt dann wie ein Terrier nicht mehr locker. Erst als er materiell in Vorteil ist, wird umgeschaltet auf einen Modus, der im Endspiel immer größeren Vorteil anhäuft, bis sein Gegner aufgibt. Ganz prima gemacht. Die Jungs haben zwei Kämpfe remisiert, zwei gewonnen, das macht in der Endabrechnung Platz vier (statt wie vor der Saison befürchtet Platz acht). Und wie Nils hier hat jeder der Viererbande gepunktet; Potential nach oben ist noch reichlich vorhanden, und wird ausgeschöpft werden.

Nette Begleiterscheinung: Itzehoe behält gleich ob die 1.Herrenmannschaft aufgrund der verordneten Fusion der West-Vereine der ehemaligen Verbandsliga Mitte mit der Bezirksliga West mit dem neuen Namen Bezirksliga West in der Verbandsliga Ost bleibt oder nicht, mindestens eine Mannschaft in der Verbandsliga.

 

28.03.2013: Der Kongress tanzt

lautet der Titel eines schönen alten Films. Ganz soweit ist es bei uns noch nicht, unser Kongress hat es nicht so leicht, vergnügliche Stunden zu verleben. Statt dessen ging es vor allem um die Verbandsliga-Reform, mit einigen Anträgen.

Aus meiner Sicht gibt es keine sinnvollen Sachargumente für die Reform. Die Bemerkung, nie habe irgendjemand in irgendeinem Gremium sich gegen die Reform ausgesprochen, verursacht mir erhebliche Verwirrung. Entweder war in keinem dieser Gremien je ein Vertreter aus unserem Bezirk, oder er wurde genötigt, seine Stimme für einen anderen Bezirk abzugeben, oder ihm muss der Mund verboten worden sein. Die Arithmetik 1 LL 2 VL 4 BL ist einleuchtend, indes sollte man Öl einfüllen, bevor man den Motor startet, nicht anders herum. Denn warum steigen dieses Jahr insgesamt zehn Mannschaften (mithin eine komplette vorherige Staffel) aus den beiden Verbandsligen ab? Richtig, weil es fünf Aufsteiger gibt, nicht vier, wie das mathematische Modell vorzugaukeln bestrebt ist. "Wir wollen doch nur spielen, lasst uns endlich anfangen. Es ist ja nur für eine Saison" war auch zu hören. Für das Spielen bedurfte es der Reform nicht. Es wurde auch davor Schach gespielt.

Die Anträge gegen die Reform kamen denn auch weder überraschend noch unbegründet. Hauptgegenargument (also für die Reform): "Wir spielen doch erst eine Saison, wollt Ihr das schon wieder ändern?" Nun, offenbar soll schleichend die Reform, deren Ausprägungen nahezu identisch sind mit gescheiterten Aufteilungen aus den 80ern, zum Dauerzustand werden, und zwar ohne weitere Diskussion. Wozu gibt es Mehrheiten? Da braucht es keine Argumente.

Wenn ich richtig informiert bin, besteht Freude im Bereich SüdOstLübeck, dass die BL's stärker geworden sind aufgrund der Absteiger des Vorjahrs. Gut, meinetwegen, Glückwunsch. Und wie passt das dazu, dass kollektive Freude in den beiden Bezirken (zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieser Zeilen dürfte es sich nunmehr um einen Bezirk handeln) über einen Mannschaftssieg Eutins gegen Glückstadt (als ein Beispiel für einen sehr richtungsweisenden Mannschaftskampf) hochkam? Gar nicht. Und das beweist was? Dass die Argumente für die Reform an den Haaren herbei gezogen werden, Fakten mal in die eine, mal in die andere Richtung verbogen werden.

Die Thematik Friedrichsort/Hessenstein (Aufsteiger aus Kiel, die deswegen aufstiegen, weil die Mannschaften davor allesamt verzichteten) ist keineswegs gelöst, denn die Reform geht auf das Thema gar nicht ein. Es ist Sache der einzelnen Bezirke, wie sie die Aufstiegsregelung angehen. Und es bleibt auch so. Ganz im Gegenteil ist es z.B. in unserem Bezirk so, dass die Gefahr solcher Dinge erheblich größer geworden ist, denn aufgrund bestimmter Umstände verzichten einzelne Vereine bei uns auf den Aufstieg in die VL. Und wenn Glückstadt und/oder Itzehoe und/oder Quickborn und/oder Heide und/oder Hademarschen und/oder Elmshorn absteigen sollten (in welcher Saison auch immer), und aufgrund von Verzicht die jeweilige 2.Mannschaft (im Falle Elmshorn die dritte) gefragt wird, ob sie denn aufsteigen möchte (u.U. sogar von der Bezirksklasse in die VL), passiert dann genau das, was man angeblich verhindern wollte: der faktische Abstieg wird schlicht ausgehebelt. Statt der unsäglichen Verbandsliga-Reform hätte man schlicht auf Landesebene verfügen sollen (genau so wie das Bundesebene praktiziert wird): Falls die ersten drei eines Bezirks keinen Aufsteiger stellen, steigt gar keiner auf, und der entsprechend beste Absteiger verbleibt in der Verbandsliga.

Aus unserem Bezirk steigen ab (wie wir später erfahren werden): Glückstadt, Hademarschen, Itzehoe und Elmshorn. Es steigt (höchstwahrscheinlich) auf: Elmshorn. Merkste was? Ich denke nicht, dass die in der VL verbliebenen bzw. aufgestiegenen Quickborn, Heide und Elmshorn II/III(III/II) in der aktuellen Besetzung stärker sind als Glückstadt, Itzehoe und Hademarschen (die Absteiger). Solch ein Unsinn war nur mit dieser Reform möglich.

Man darf gespannt sein, wie diejenigen, die die beschriebene Problematik als Argument für die Reform angeführt haben, damit umgehen werden. Sollte die Reform womöglich reformiert, besser noch rückgängig gemacht werden? Oder tut man besser so, als wäre nichts gewesen? Es war aber was, wir haben ja die Reform. Ob die Befürworter der Reform denn noch wissen, warum sie das so wollten (mal davon abgesehen, dass sie es aufgrund von Mehrheitsverhältnissen offenbar konnten)? Mir fällt unweigerlich Peter Ustinov ein, den ich frei zitieren möchte: "... wissen nicht, was sie wollen, aber sie sind fest entschlossen, es zu bekommen". Womit ich ... bei diesem Vergleich zu meinem Leidwesen Unrecht tue...

Ach eines noch: der demnächst neue Bezirk Ost beansprucht per Antrag an den Kongress einen zusätzlichen Aufstiegsplatz aus der zukünftig einen BL in die VL, weil ... sie stärker sind als der Rest (und mehr Stimmen haben). Der Antrag wird abgelehnt, das gewichtigste Gegenargument kommt aus dem Bezirk Ost... man staunt. Ich wette, dass das nicht das Ende der Versuche ist, dieses Sonderrecht nochmals einzufordern. Konkreter: wir werden diesen diesmal gescheiterten Antrag in nahezu unveränderter Form nächstes Jahr wieder sehen. Wetteinsatz-Vorschläge nehme ich gern entgegen.

 

12.04.2013: Die Dritte macht Schaulaufen

Fehrsschule Teil 2: die Dritte, mittlerweile Meister, spielt gegen Kollmar. Ich will mal auf ein halbes Stündchen vorbeischauen. Alexey befindet sich in einem sehr unübersichtlichen Endspiel mit Mehrbauer, dafür hat er reichlich Doppelbauern und Isolanis, sein Gegner Harry Dewitz spielt furztrocken. Henning steht etwas gedrückt und stellt bald eine ganze Figur ein, Rolf ist in einem gewinnverheißenden Angriff, und Ulf hat einen Mehrbauern, an dem er festhält, und die gegnerischen Drohungen zurückweist. Ich entschließe mich zum Verweilen, obwohl die halbe Stunde um ist. Rolf manövriert nicht gut, und hat plötzlich eine Verluststellung, Ulf drückt seinen Mehrbauern durch, beim Versuch, die Lage komplizierter zu gestalten, stellt sein Gegner einen Turm ein (und so macht Ulf die 100 % über die gesamte Saison voll). Alexey, der mir berichtet, dass der Computer seine Stellung sehr positiv bewertet habe, verkompliziert die Lage, läuft dann aber in Konter, und verliert. 1:3 - verdiente Niederlage gegen Kollmar. Unsere Recken machen sich nicht allzu viel draus. Sie haben ihr bestes gegeben, das hat heute nicht gereicht, Punkt. An diesem wie an vielen anderen Spieltagen war der Gegner unter Berücksichtigung der DWZ nicht schlechter. Es war kein Selbstgänger, den Staffelsieg einzufahren. Die Mischung in der Truppe stimmt, das ist sonnenklar. Eine prima Saison.

 

21.04.2013: erster Erfolg für die 2.Jugendmannschaft

Endlich einmal konnte die Truppe vollzählig antreten. Es gab gleich vier Premieren, und die wichtigste: erster Mannschaftssieg. In der anschließend ausgespielten Rückrunden-Begegnung folgte sogleich der zweite. Sehr erfreulich. Bleibt zu hoffen, dass sich die Zahl der Spielenden und die Ergebnisse stabilisieren. Vom Talent her sind einige dabei, die für höhere Aufgaben in Frage kommen.

 

28.04.2013: Die Erste zwischen Mölln und Hölle

Spieltag sieben in der VL: unentschieden gegen ersatzgeschwächte und unvollständige Bad Oldesloer. Da wir mit einer klaren Packung gerechnet hatten, überwiegt die Ansicht, dass das 4:4 uns entgegen kommt. Im Nachhinein ist es etwas anders zu bewerten, aber aus damaliger Sicht war das Ergebnis okay. Wir haben 7:7 Punkte, in Reichweite liegen Lübeck und sogar Bad Oldesloe und Eutin vor uns. Machen wir die nötigen Punkte, muss einer von denen (oder sogar noch Quickborn) ins Gras bzw. in die Bezirksliga beißen. Nötig sind mindestens vier, besser fünf Punkte aus den verbleibenden vier Spielen. An diesem Punkt sind unsere Chancen den Klassenerhalt subjektiv betrachtet bei etwa 30 %. In Runde acht trifft uns erneut im Osten von Hamburg der Schlag : Niederlage in Mölln, auch noch verdient und klar. Schwupps sinken die Chancen auf weniger als 10 %, bedenkt man, dass gegen die Gegner Bad Schwartau, Travemünde und Lübeck die fünf Punkte ergattert werden müssen. Und (Fehrsschule Teil 1) Bad Schwartau macht den Deckel drauf, wir verlieren 2:6. Das war's dann. Vorletzter Spieltag dann in Travemünde: wir reisen ersatzgeschwächt und nur zu siebt an, gewinnen deutlich und verdient. Na also, geht doch. Und doch: es kann uns nur ein Wunder retten. Sechs Wochen Galgenfrist haben wir noch bis zum letzten Spieltag.

 

02.06.2013: Ende der Mitgliedschaft der Ersten in der Verbandsliga

Am letzten Spieltag müssen/dürfen wir ran gegen Lübeck, die mit den famosen Kololli-Brothers und einem sehr routinierten TT anreisen. Erneut lassen wir Chancen liegen, was das Mannschaftsergebnis anbelangt, und verlieren. Lustlose Bad Oldesloer verlieren in Glückstadt, so dass die noch an uns vorbei ziehen. Schade schade, denn: bei einem Rücktritt einer Mannschaft aus der VL Ost bis zum 30.6. (sehr unwahrscheinlich) sind nun die Glückstädter vor uns dran, darüber hinaus ggf. auch bei einem Rücktritt einer Mannschaft aus der VL Nord nach dem 30.6. (recht unwahrscheinlich), und auch bei einem Rückzug einer Mannschaft aus einer höheren Klasse (recht wahrscheinlich). Nichtsdestrotrotz haben wir uns den Abstieg selbst zuzuschreiben und treten nun den Gang in die Bezirksliga an.

Die Zahlen zeigen, dass wir insgesamt etwas über unserem Niveau gespielt haben, so dass man nicht grundsätzlich mit unserer Leistung hadern muss. Rechnet man Cliff zu den Stammspielern hinzu (bei acht Partien wird man nicht umhin kommen), haben die Neun (die am häufigsten eingesetzt wurden) eingangs eine nach Einsätzen gewichtete DWZ von 1833 gehabt, in der Saison eine DWZ von 1849 erspielt, und nunmehr eine aktuelle DWZ von 1845. Da kann man nicht meckern. Auch die Ersatzspieler haben nicht enttäuscht, drei von fünf haben ihre DWZ vergrößert, insgesamt auch hinzugewonnen. Ich denke, dass die gezeigten Leistungen und allgemeiner die aktuelle Stärke sehr wohl verbandsligareif sind.

Zum Vergleich nur als Beispiel die Zahlen von Doppelbauer II (auch wieder nur die neun Spieler, die am häufigsten eingesetzt wurden), siebter der Abschlusstabelle der VL A: zu Beginn 1757, Leistung 1824, neu 1781. Nicht unerwartet haben die vielen Jugendlichen besser gespielt als es ihre DWZ aussagt, und eine stabile bis gute Leistung abgeliefert, mit 10:10 Punkten schon vor dem letzten Spieltag gesichert. Wir indes sind mit höherer Leistung nur zu 9:13 Punkten gekommen, und waren fast sicher vor dem letzten Spieltag abgestiegen. Als weiterer Vergleich die Zahlen unserer Freunde aus Heide, Fünfter der Abschluss-Tabelle in der VL A mit 11:9 Punkten. Eine ausgesprochen starke Mannschaftsleistung ohne Frage, an der es nichts zu rütteln gibt. DWZ vorher: 1760, Leistung: 1853, neu: 1784. Deren Saison-Leistung war mit unserer nahezu identisch! Anders ausgedrückt - Platz fünf in der VL A und Platz neun in der VL B lassen sich mit der gleichen Leistung erreichen. Sportlich fair ist was anderes, was das Thema Abstieg anbelangt. Und wenn ein Ungleichgewicht zwischen den drei Verbandsligen ein Argument für die VL-Reform gewesen sein sollte, so muss man spätestens jetzt konstatieren (aber auch das war doch wohl vorher klar, oder?!): schlechter als jetzt konnte es vorher nicht sein. Vielleicht gibt es ja bald eine weitere Reform, und wir haben dann nur noch eine VL, denn die kann ja nicht mehr stärker sein als die nicht vorhandene(n) andere(n).

 

03.06.2013: Bezirksliga, wir kommen!

Das können mit Fug und Recht gleich vier ehemalige Verbandsliga-Mannschaften des Bezirks West von sich behaupten. Und da auch noch zwei Aufsteiger aus der Bezirksklasse dazukommen, und nur eine Mannschaft aufsteigt in die Verbandsliga, müssen nach derzeitigem Sachstand somit gleich fünf absteigen, die untere Hälfte der Tabelle. In der nächsten Saison besteht die Bezirksliga West somit aus vier VL-Absteigern, vier jetzigen Bezirksliga-Mannschaften und zwei Aufsteigern.

 

09.06.2013: Kindertag in IZ

Im Rahmen der Itzehoer Woche fand als Abschluss wieder der Kindertag statt. Diesmal fiel das auf einen Sonntag, auch neu für uns. Aufgrund guter Vorbereitung der fleißigen Helfer, denen an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen werden soll, sind wir gut ausgerüstet: genug Bestuhlung, Gartenschach, Pavillon... und die neuen Flyer gehen weg wie warme Knödel. Alles gut, es hat sich gelohnt. Die Öffentlichkeit hat uns wahrgenommen, Spaß hat's auch gemacht, alles weitere wird sich zeigen.

 

20.06.2013: ein strahlender Vereinsmeister und ein weiteres Juwel

Schon nach der vorletzten Runde steht der diesjährige Vereinsmeister fest : Cliff Ruhland! Herzlichen Glückwunsch, der erste Jugendliche seit Beginn der Aufzeichnungen, dem das gelungen ist. Viele der highlights dieser Saison sind verknüpft mit seinem Namen. Aber wer weiß, vielleicht haben wir bald einen weiteren Senkrechtstarter in unserer Jugendtruppe? Ich  habe beim Jugendtraining etwas geblitzt, und gleich zwei Partien verloren. Nein, nicht gegen Hajo, nicht gegen Stefan, nicht gegen Cliff. Ich kann nur staunen... lupenreines klassisches Schach, gepaart mit sehr hoher taktischer Qualität.

Und so endet die zumindest solange ich im Boot bin aufregendste Saison für den Verein. Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Eines ist klar: die Zukunft wird kommen, und sie wird uns mit weiteren Situationen konfrontieren, denen wir uns stellen müssen und werden.

 

Egbert Hengst