7. Runde Heinz-George-Pokal: And the winner is … Malte Ibs!

Kurz vor Weihnachten gab es noch einmal schachliche Hochspannung im Cafe Schwarz. Wegen ‚Xaver‘ eine Woche später als geplant, sollte die 7. Runde im Heinz-George-Pokal alle noch offenen Fragen hinsichtlich des Siegers und der weiteren Preisränge beantworten.

 

Es wurden 10 Partien gespielt, in denen es manchmal vordergründig nur noch um die ‚goldene Ananas‘, tatsächlich aber auch um wichtige Buchholzpunkte für die nach Bruno Buchholz (aus? – richtig– Magdeburg, nicht Buchholz) benannte Zweitwertung gehen sollte. Wahrscheinlich zum letzten Mal in dieser Form, denn wie unser Vorsitzender Egbert Hengst zu Beginn erläuterte, soll für nächstes Jahr bei Punktgleichheit der direkte Vergleich, die Anzahl der Siege sowie die durchschnittliche DWZ der Gegner herangezogen werden. Durch die vielen ausgefallenen Partien ist die Buchholzwertung zwar mathematisch korrekt, aber nicht in jedem Falle auch wirklich als subjektiv gerecht zu empfinden – doch dazu später mehr.

 

Blicken wir zunächst auf die Spitzenbretter:

 

Malte gegen Cliff und Giso gegen Martin hießen die Paarungen, aus denen der neue Pokalgewinner hervorgehen sollte. Giso wollte heute seine charmante Begleitung wohl nicht allzu lange warten lassen und gewann recht schnell gegen seinen Gegner aus Hademarschen (zumindest so schnell, dass ich von der Partie gar nichts mitbekommen habe).

 

Damit war für Malte klar, dass er gegen Cliff gewinnen musste, denn bei einem Remis würde die Buchholzwertung wohl für Giso sprechen. Cliff wehrte sich in einer für mich unübersichtlichen Stellung nach Kräften, wollte er doch auch seine Serie von 21 Partien ohne Niederlage weiter ausbauen. Am Ende wählte er von zwei möglichen Zügen den vermutlich schlechteren und verlor in der Folge zwei Bauern und später die Partie.

 

Damit heißt der Sieger des Heinz-George-Pokals 2013 mit 6 von 7 möglichen Punkten Malte Ibs gefolgt von Giso Jahncke mit 5,5 Punkten auf Rang 2. Herzlichen Glückwunsch!

 

Verdient ist der Sieg auf jeden Fall, war Malte doch der Einzige, der den Favoriten Giso in diesem Turnier bezwingen konnte. Und Jens‘ Remis gegen Malte in Runde 1 bekommt damit nachträglich noch eine neue Dimension. Ob der Pokal, der derzeit noch bei Egbert in der Vitrine steht, dann in Elmshorn oder aber in Dortmund-Brackel bewundert werden kann, werden wir wohl bei der Siegerehrung am 9. Januar an gleicher Stelle erfahren können.

 

Eine weitere faustdicke Überraschung gelang Volker Recklies mit seinem Sieg gegen Dirk Martens. Mit 5 Punkten (bei sogar einer Ausfallrunde aus nur 6 Partien) landet er damit auf Rang 3. Mit 4,5 Punkten folgt Martin Kruse auf Rang 4 - dank der besseren Buchholzwertung (31:30) vor Sören, der das vereinsinterne Duell gegen Kalle gewinnen konnte.

 

Da es ja keine Doppelpreise gibt, hatte nun auch Carsten, der schnell mit Schwarz gegen Alexey gewann, noch Chancen auf den 1. Ratingpreis (DWZ unter 1812).

 

Dann hätte aber Egbert gegen Dirk Clausen nicht verlieren dürfen. Doch nachdem die Damen abgetauscht waren standen Egberts Läufer und Springer zwar seinem König in der Rochadestellung zur Seite, doch sie waren allesamt eingesperrt und abgeschnitten vom Geschehen - wie konnte das passieren? Dirk sammelte mit seinem Springer Egberts verstreute Bauern ein und gewann die Partie und aufgrund der besseren Buchholzzahl gegenüber Carsten (27,5:26) auch den 1. Ratingpreis.

 

Ich selbst konnte meine Partie gegen Ulrich gewinnen (große Abtauschaktion auf d5 und nach einem Zwischenschach meiner Dame auf c3 konnte ich seine Dame auf d5 mit einem Turm schlagen und behielt vorentscheidend Dame und Turm gegen 2 Türme).

 

Damit hatte ich 4 Punkte und musste abwarten, wie die Partie zwischen Ulf (3,5 nach einem Remis und dreimal (!) KG in Folge) und Karina (3) ausgehen würde. Mit einem Sieg hätte Ulf sich den 2. Ratingpreis (DWZ unter 1520) sichern können, aber nachdem Karina die Zeitkontrolle mit 2 Mehrbauern überstanden hatte (Ulf war sehr freundlich – man darf aber schon die Uhr betätigen nachdem man gezogen hat und muss nicht solange warten, bis die Gegenspielerin wieder Platz genommen hat), war ihr Sieg aufgrund der besser zusammenwirkenden Figuren nur folgerichtig.

 

Damit hatte auch Karina 4 Punkte und es sollte auf die Buchholzwertung ankommen – da lag ich nach der 6. Runde mit einem Punkt vor ihr…

 

Rolf (ebenfalls bisher 3 Punkte) war noch der nächste Kandidat für den 2. Ratingpreis, aber er verlor im internen Duell der 3. Mannschaft gegen Michael, der mit seinen Bauern Rolfs Läufer nacheinander spielentscheidend bedrängte.

 

Dieser Punkt zählte in der Buchholzwertung genau wie Sörens Punkt gegen Kalle bei Karina, denn Sören und Michael waren in Runde 1 und 4 ihre Gegner. Dafür zählte Dirk Clausens Sieg gegen Egbert bei mir und es kam auf die Partie an Brett 10 zwischen Stefan und Jens an. Dieses vereinsinterne Duell gewann Stefan, mein Gegner in Runde 2, und damit sollte der Abstand zwischen mir und Karina in der Buchholzwertung weiterhin 1 Punkt betragen.

 

Dies alles konnte ich natürlich erst am nächsten Tag mit Hilfe eines Taschenrechners und der Kenntnis der FIDE-Regel, dass nicht gespielte Partien eines Gegners bei der Berechnung der Buchholzzahl als halber Punkt zählen, verifizieren – und die 23:22 zu meinem Gunsten konnte ich tatsächlich so nachvollziehen. Dies obwohl der direkte Vergleich zwischen uns an Karina ging - ich erinnere mich dunkel und ungern an meinen selbstmörderischen Springer und an Cliffs Analyse, nach der ich vorher anders schlagend deutlichen Vorteil erlangt hätte.

 

Wie dem auch immer sei – am Ende liegen wir punktgleich auf Rang 9 und 10 und freuen uns darüber, wen wir da alles in der Rangliste so hinter uns erblicken. Im nächsten Jahr (s.o.) wird alles besser – zumindest alles anders – aber hoffentlich genauso schön.

 

Noch ein wenig Statistik zum Heinz-George-Pokal 2013:

 

-        von den vorgesehenen 98 Partien wurden tatsächlich 80 gespielt

-        34-mal gewann Weiß (42,5 %)

-        29-mal gewann Schwarz (36,25 %)

-        17-mal gab es ein Remis (21,25 %)

 

Die Siegerehrung findet am 9. Januar 2014 im Cafe Schwarz statt. Hinterher gibt’s dann wie immer zum Abschluss noch das große Blitzturnier. Bis dahin allen alles Gute, bleibt gesund und habt ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Peter Henke