Saisonrückblick 2011/2012

Wir haben eine bewegte Saison hinter uns; ich möchte versuchen, die Ereignisse hier noch einmal zusammenzufassen.

An dieser Stelle fange ich mit der Jugend an, und das nicht ohne Grund. Sie ist uns enorm wichtig. Erstmals seit vielen Jahren haben wir wieder eine Mannschaft an den Start geschickt. Schon vor Saison gab es neue Trikots. An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an den Sponsor Juwelier Albers, Itzehoe. Nicht klar war uns allen, wie die Viererbande sich schlagen würde. Überraschend gut, ist das Ergebnis. Erst kurz vor Ende der Saison war klar, dass der erste Platz und damit der Aufstieg verpasst werden würde.  Vizemeister ist aber wahrlich kein schlechtes Resultat. Vereinsmeister wurde erneut Tim, der wohl bei seinen Eltern ein größeres Zimmer beantragen wird - wohin mit den ganzen Pokalen?! Herausragend die Leistungsexplosion von Cliff, der erst seit etwas mehr als einem Jahr Schach spielt. Schon bei der Stadtmeisterschaft hat er für Furore gesorgt, und mehreren weit höher eingeschätzten Gegnern Punkte abgeknöpft. Ich selbst wurde genötigt, 'auf einem Zeh zu balancieren' (Zitat Hajo in einem der Berichte). Am Beispiel Cliff kann man sehen, welche Leistungssteigerungen möglich sind, wenn man Talent und Ehrgeiz hat. Sowohl von Cliff als auch von allen anderen darf man in der Zukunft noch einiges erwarten. Jungs, bleibt am Ball - die Liebe zum Schach dauert ein ganzes Leben. Man kann es auch noch in hohem Alter (ich meine nicht 30 Jahre, sondern 80 Jahre) spielen.

Gleichfalls Freude löst die dritte Mannschaft aus; fast egal, wie sie spielt, sie verbreitet gute Laune. Schön, dass auch Erfolge da sind. Auch hier ist mit Ulf der Top-Scorer noch nicht lange bei uns. Hervorzuheben auch die Ergebnisse von Alexey, Rolf und (auch hier) Cliff. Wie die Jugend so ist auch die Dritte in der Endabrechnung Zweiter geworden, wenn auch ohne Möglichkeit aufzusteigen. Der Kader der Dritten ist recht groß; es wird angestrebt, mittelfristig wieder mit einer Achter-Mannschaft anzutreten. Das ist durchaus realistisch, denn : im Gegensatz zu anderen Schachvereinen haben wir keinen Mitgliederschwund zu beklagen, eher im Gegenteil. Die Zugänge ziehen sich durch alle Altersschichten; in der letzten Saison war der älteste über 70, der jüngste etwas über 10 Jahre alt.

Die Saison unserer Zweiten war recht schnell als gebraucht zu erkennen. Spätestens nach der Niederlage gegen Büsum am fünften Spieltag war klar, dass der Abstieg drohte. Leider wurde die gesamte Spielzeit über weder von der Stimmung noch von der Leistung her die Vorjahres-Saison erreicht, in der mit ausgezeichneten Ergebnissen und hervorragender Stimmung der Aufstieg souverän gemeistert wurde. Auch ein namhafter Zugang anfangs der bereits laufenden Spielzeit (Thorben hat den Weg aus HoLo zurück zu uns gefunden) hat die Fahrt gen Süden der Tabelle nicht aufhalten können. Nun also Abstieg als Letzter der Bezirksliga; das ist weder ein Beinbruch noch in anderer Weise tragisch. Ich denke, die alten Haudegen (in deren Mitte sich einige Frischlinge eingefunden haben) werden im nächsten Winter den Spieß wieder umdrehen und erneut eine gute Saison abliefern. Motto scheint hier zu sein : mit der Freude kommt der Erfolg. Kleiner Tipp an die Zweite : freut Euch...

Und die Erste : war natürlich wieder Abstiegskandidat. Drei Jahre am Stück knapp bis hauchdünn haben wir den Abstieg vermieden, warum sollte das jetzt besser werden? Und infolge der Reform der Verbandsligen (aus drei mach zwei) war klar, dass von zehn Mannschaften mindestens vier absteigen müssten. Warum also wir nicht? Nun, wir haben mittlerweile zwei Joker in unseren Reihen. Den einen (Hajo) habe ich erstmals im Mai beim Holo-Jugend-Cup gesehen, ich kannte ihn überhaupt nicht. Schnell stellte sich heraus, dass er schon immer die Schachszene beobachtete und vor langer, langer Zeit für Itzehoe gespielt hat. Nun hat er den Weg zurück gefunden; unsere Jugendlichen waren ein Hauptgrund, warum er das interessant fand. Beides Glücksfälle für den Verein : die Jungs und Hajo. Und ein zweiter Joker lief uns zu (man kann es kaum anders nennen) - eines Tages stand mit Arno der Vorsitzende des Schachvereins Burg vor der Tür, und begehrte Einlass. Hocherfreut nahmen wir auch ihn in unsere Mitte auf. Mittlerweile haben beide wichtige Funktionen inne : Hajo bereichert das Jugendtraining enorm, Arno ist als Pressewart bereits Vorstands-Mitglied. Spielerisch haben Hajo und Arno unsere erste Mannschaft ganz erheblich verstärkt, dazu auch die Stimmung enorm angehoben. Insbesondere bei Sven, Sören und mir fällt auf, dass wir wieder mit mehr Mut spielen, und schon sind die Resultate erheblich besser als in den letzten Jahren. Aber auch alle anderen haben gut bis sehr gut gespielt. Erst am vorletzten Spieltag haben wir durch die Niederlage im direkten Vergleich gegen Elmshorn den Aufstieg verpasst, sind souverän Zweiter geworden. Ein Detail am Rande : von unseren Spielen mit den weißen Steinen (immerhin 36 insgesamt) wurde nur ein einziges verloren. Und dies auch nur infolge eines elementaren Regelverstoßes : 'berührt - geführt' ist fest verankert im Regelwerk  UND einer der wichtigsten Grundlagen des Miteinanders im Schach überhaupt. Höchst unsportlich, sich durch die Verletzung dieser Regel Vorteile zu verschaffen. Die Ansichten sind verschieden : manch einer will Erfolg um jeden Preis; ich bin dafür, am Brett auch vieles zu versuchen, um zu gewinnen, aber nicht durch Regelverletzungen und/oder Unsportlichkeiten.

Die nächste Saison der Ersten wird wieder hart, da die beiden neuen Verbandsligen nun von zwölf auf zehn Mannschaften zusammengedampft werden. Erneut muss man von vier Absteigern ausgehen. Vor der letzten Saison habe ich prognostiziert, dass wir nicht absteigen (ich sehe noch das müde Lächeln einiger), und habe Recht behalten. Ich denke, nächstes Jahr wird es eher noch schwieriger, denn die schwächsten Mannschaften sind ja dieses Jahr bereits abgestiegen. Aber ich wage erneut die Prognose : wir werden erneut nicht absteigen. Die Gegner stehen noch nicht fest, indes erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die alten Wegbegleiter Glückstadt, Quickborn und Elmshorn II in der anderen Staffel spielen werden. Wahrscheinliche Gegner für uns : Leck, Wyk (auf Föhr!), Husum, Rendsburg und unsere Freunde aus Heide und Hademarschen.

Drei von vier Mannschaften sind also Zweiter geworden in der abgelaufenen Spielzeit. Besser dreimal Zweiter als viermal abgestiegen... Nächste Saison wird nach meiner Einschätzung keine Mannschaft absteigen, mindestens eine aufsteigen.

 

 

In den letzten Wochen wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, unsere Satzung in Form zu bringen. Beim aufmerksamen Lesen wird man feststellen, dass wir uns seit Jahren in einigen Punkten an der Satzung vorbei bewegen. Da zumindest teilweise unser Tun sachlich begründet erscheint, werden wir die Satzung überarbeiten müssen. Zu diesem Zweck werden wir in den nächsten Monaten Vorschläge unterbreiten, um Handeln und Satzung in Einklang zu bringen.

 

Egbert Hengst