Itzehoer Stadtpokal – die zweite Runde

 

Am zweiten Spieltag der Itzehoer Stadtmeisterschaft gab es bereits einige richtungweisende Partien im Kampf um die Preisränge. Doch kaum hatte die Runde begonnen, gab es auch schon die erste Überraschung: Titelverteidiger Frank Hamann konnte gegen Burkhard Lewke bereits nach fünf Zügen entscheidenden Vorteil erlangen. Lewke, immerhin amtierender Stadtmeister von Heide, hatte eine Bauerngabel in Verbindung mit einem Damenschach übersehen. An den übrigen Brettern der vorderen Tischreihe bahnten sich hingegen langwierige Positionskämpfe um kleine Vorteile an. Das Hademarscher Duell sah nach einem zunächst ausgeglichenen Partieverlauf immer mehr Dirk Clausen im Vorteil, der die Schwächen seines Vereinskollegen Hendrick Niemöller offensichtlich sehr gut kannte und diese Kenntnis auch entscheidend auszunutzen vermochte. Carsten Coldewey konnte gegen Frank Tiemann mit den schwarzen Steinen schnell ausgleichen, übernahm das Kommando in dieser Partie und sollte es auch nicht mehr abgeben. Wolfgang Schlünz verfolgte dagegen die Hamster-Strategie und sammelte einen Bauern nach dem anderen ein, was schließlich auch den Sieg sicherte. Zwar wehrte sich Jens Bartels nach Kräften, doch scheiterte sein Versuch eines Königsangriffs. Sören Koch fand in einer schwerblütigen Partie gegen Volker Recklies kein Mittel, die solide Stellung seines Gegners zu kompromittieren und da dieser auch durchaus mit einer Punkteteilung zufrieden schien, kam es zu eben dieser. Die längste Partie des Abends spielte Dirk Martens gegen Karl-Heinz Schmidt. Archangelsk-Variante hört sich eher nach unterkühltem Spiel an, tatsächlich entwickelte sich jedoch eine hitzige Debatte um die Kraft des Läuferpaares einerseits und eine geschwächte Königsstellung andererseits. Etwas unerwartet gelang es Schmidt durch das schrittweise Zurückdrängen der gegnerischen Figuren einen spürbaren Positionsvorteil zu erlangen, um dann aber, auch unter Zeitdruck, diesen Vorteil zu schnell realisieren zu wollen und in einen entscheidenden Konter des Turnierfavoriten zu laufen.

Der Itzehoer Spitzenspieler Egbert Hengst stand nach seiner Erstrunden-Niederlage auch gegen den Jugendspieler Cliff Ruhland am Abgrund und balancierte nur noch auf einem Zeh. Mit all seiner Erfahrung konnte er aber doch das Gleichgewicht wiederfinden und im zweiten Anlauf durch einen Mattangriff gewinnen. In einem weiteren Itzehoer Duell konnte Alexey Skrypkin alle Gewinnversuche des erfahreneren Bernd Schacht abwehren und ein Remis erreichen. Hartmut Bräuer, der mit Abstand die meisten Turnierteilnahmen aufweisen kann, erreichte ebenfalls eine Punkteteilung gegen de Martin.

Schon am nächsten Donnerstag geht es weiter und es wird in dem Aufeinandertreffen von Sören Koch und Egbert Hengst womöglich eine Vorentscheidung darüber fallen, ob ein Spieler aus Itzehoe in diesem Jahr noch entscheidend in den Titelkampf wird eingreifen können.

 

Hans-Joachim Siewert