VM Runde 2 : spannende Partien und ein formidabler Sieger

Nur die ersten Züge habe ich bei Stefan gegen Alexey mitbekommen, hier siegte Alexey. Später dann stand er neben meinem Brett, um ein paar Züge mitzuschreiben. Weiter unten mehr dazu.

Peter stand etwas freier gegen Ulf. Auch hier kann ich keine detaillierten Auskünfte geben. Peter gewann, Ulf nahm's gelassen, und kann damit das Ziel 100 % nicht mehr erreichen.

Neben mir spielte Bernd gegen Sören. Früh gewann Sören einen Bauern. Allerlei Figuren verließen das Brett, Sören behielt immer den Mehrbauern. Später gewann er im Damenendspiel einen weiteren Bauern, und nach dem erzwungenen Tausch der Damen gab Bernd auf.

Das Drama des Abends spielte sich an meinem Brett gegen Cliff ab. In der Eröffnung fühlte ich mich wohl, obwohl ich etwas unzufrieden damit war, dass ich nur etwas besser stand. Auf der Suche nach Vorteil ging denn auch recht viel Zeit verloren. Dann bekam ich etwas zu fassen, weil Cliff mit seiner Dame einen Tempoverlust einfing. Nun wurde es komplizierter, aber mein Vorteil war deutlich. Nach allerlei Fesselungen und Abzügen entschied sich Cliff richtig, die Dame für Turm und Läufer zu geben. Nun war ich sicher, auf der Siegerstraße zu sein, denn Cliffs Figuren standen sich kurzfristig gegenseitig im Wege, und er musste auf weitere Materialverluste aufpassen. Allerdings war dies nur eine Momentaufnahme, aufgrund erheblich geschrumpfter Zeit agierte ich nicht optimal. Direkt vor der Zeitkontrolle dann die Wende: Cliffs gefährdete Figuren zogen allesamt mit Tempo weg, und ich lief in eine Falle, die ich direkt zuvor noch gesehen hatte, was mich eine Figur kostete. Mit D+L ist es nicht so einfach gegen T+2L+S, wenn die gegnerischen Figuren erstens alle gedeckt sind und zweitens überaus aktiv. Und so musste ich auch noch den Läufer geben. Auch das war nicht das Ende meiner Materialverluste. Ich wurde überdies in eine Gabel gezwungen, die meine Dame gewann. Das reichte mir endgültig, ich gab auf. Herzlichen Glückwunsch, Cliff! Noch beim Elbdeich-Pokal war zu erkennen, dass Cliff mit seinen Chancen etwas zu großzügig umgeht. Das war heute nicht der Fall. Als Gegenspieler muss ich sagen : leider. Aus Sicht eines Verantwortlichen, dem das Fortkommen unseres Nachwuchses am Herzen liegt, muss ich sagen : gut so.

Nun bin ich der erste 19Hunderter, den Cliff erlegt hat. Und ich werde nicht der letzte sein. In der Vereinsmeisterschaft 2007 verlor ich gegen Frank Hamann zuletzt eine Turnierpartie gegen einen Vereinskameraden. Mein Gefühl sagt mir, dass bis zur nächsten Niederlage nicht wieder mehr als sechs Jahre vergehen werden.

In der nächsten Runde treffen die punktgleichen Sören und Cliff aufeinander. Andere Favoriten auf den Gesamtsieg gibt es nicht mehr. Bemerkenswert : es gab noch kein remis, die Kampfeslust ist groß. Löblich.

Egbert Hengst