VM Runde 5 : viele Fesselungen und eine weitere Überraschung

Stefan stand gegen Peter etwas aktiver, mit mehr Raum. Peters Stellung war aber fest, und einer seiner Läufer stand sehr unangenehm in der Diagonale mit Stefans Dame, was die Chancen ausglich. Endresultat : remis.

Ulf gegen Cliff - im beginnenden Endspiel nahm Cliff Ulf einen Bauern ab, den dieser zurückschlug. Das führte allerdings in eine Fesselung, die Ulf eine Figur und die Partie kostete.

In meiner Partie gegen Rolf ging's schnell zur Sache. Ich griff ohne Rückversicherung Rolfs Rochadestellung an; Rolf reagierte an einer Stelle nicht gut, als er sich der Möglichkeit beraubte, mein festes Zentrum anzuknabbern. Der Druck wurde immer stärker, und auch ein Figurenopfer von Rolf brachte keine Entlastung. Lange her, dass ich mal eine Kurzpartie gewonnen hatte.

Sören gegen Alexey - hier stand es lange recht ausgeglichen. Symmetrische Bauernstellung, eine offene Linie, der Unterschied lag in der Positionierung der Läufer. Sörens waren aktiver, und er drohte einen Bauern zu gewinnen. Indes ließ Alexey das zu, um seinerseits zurückzuschlagen. Aber nun hatte Sören doch bessere Figuren, und erhöhte den Druck, beide Randbauern von Alexey waren rückständig, ein Bauer ging aufgrund einer simplen Fesselung verloren, Sörens Turm kam auf die vorletzte Reihe, das Ende war nah. Keine gute Idee war es dann, mit dem Läufer ebenfalls auf der vorletzten Reihe einzureiten, sich in eine Selbstfesselung zu begeben und den Läufer zu verlieren. Das wiederum brachte Alexeys Springer in eine Fesselung... Sören erhöhte erneut den Druck, nach weiteren Operationen ergab sich ein Turmendspiel, in dem Alexey den Minusbauern zurückgewonnen hätte. An dieser Stelle wurde remis vereinbart, zum Fesseln oder Gefesseltwerden war nicht mehr viel da. Eine weitere Überraschung in diesem lebendigen Turnier.

Zwei Runden vor Schluss hat Cliff 1,5 Punkte Vorsprung auf Sören. Man kann davon ausgehen, dass er Vereinsmeister wird. Soweit unser Archiv zurück reicht, wäre es der erste Jugendliche überhaupt.

Egbert Hengst