VM Runde 7: harte Kämpfe und ein würdiges Finale

Für die letzte Runde hatten alle ihre Klingen geschärft, schien mir. Alexey griff gegen Rolf in üblicher Weise an; schnelle Figurenentwicklung, und los gegen den König. Rolf ließ sich nicht lumpen und griff ebenfalls an. Allerdings blieb sein König in der Mitte, und baldiger Figurenverlust war die Folge. Mit einigen Schwerfiguren mehr setzte Alexey matt.

Ich stand recht früh gegen Peter etwas aktiver, hatte allerdings eine recht luftige Bauernstellung. Bald kam ich vorwärts, was wiederum Peters Figuren gute Felder gab. Schließlich pflanzte ich meinen Springer vor Peters König ein, erzwang einen Qualitätsgewinn, um mit meinen Schwerfiguren entscheidend nachzurücken und matt zu setzen.

Ulf hatte gegen Bernd recht früh zwei Leichtfiguren für Turm und Bauer. Ulf manövrierte so geschickt, dass Bernd sich genötigt sah, den Bauern zurückzugeben, um etwas Luft zu bekommen. Das half aber nur kurzfristig, Ulf drückte seine Materialvorteil durch. Eine starke Turnierleistung von ihm.

Unser frisch gebackener Vereinsmeister Cliff spielte mit schwarz gegen unseren Jugendwart Stefan, der sich sehr unorthodox aufbaute. Tempoverluste und ein hoffnungslos rückständiger Bauer führten zum Verlust desselben. Anschließend tauschte Cliff alle Schwerfiguren, im Doppel-Läufer-Endspiel den vielleicht falschen, kam dann aber weiter voran, und nötigte Stefan zur Aufgabe. Mal taktisch auf der Höhe, mal technisch ausgereift kommt Cliffs Spiel daher.

Vor wenigen Jahren sind fast zeitgleich Peter, Alexey, Ulf und Cliff bei uns eingestiegen. Schaut man sich ihr Spiel insgesamt an, muss man  bei jedem anerkennen, dass eine erhebliche Leistungssteigerung zu vermerken ist. Alle haben ihre DWZ um mehrere hundert Punkte verbessert, am meisten sicher Cliff, der mit 888 anfing, und sich bald über 1000 zusätzliche Punkte freuen darf. Diese vier gehören auch zu denen, die sich durch große Aktivität auszeichnen, was das Spielen anbelangt. Keine Frage, dass da ein Zusammenhang besteht. Das zeigt auch den Weg auf, sich weiter zu verbessern: Turniere spielen.

Vereinsmeister wurde mit klarem Vorsprung Cliff, gefolgt vor mir und hauchdünn dahinter Alexey. Der Ratingpreis ging an Ulf, viele Dollars wechselten die Besitzer.

Die Beteiligung war nicht wie erwünscht. Mein Vorstoß, die Vereinsmeisterschaft von Jan/Feb auf Mai/Juni zu verschieben, muss in Frage gestellt werden. Diese Idee muss auf den Prüfstand. Sollte sie ein Fehler gewesen sein, machen wir die Terminverschiebung rückgängig.

 

Egbert Hengst