Weiß-schwarzes Wochenende

Wir spielen Schach, und da gibt es weiße und schwarze Felder, und ebenso farbige Figuren. Grau ist nichts, entweder schwarz oder weiß, verlieren oder gewinnen.

Genau so verlief das letzte Wochenende.

Weiß war erneut der Auftritt unserer Dritten. Beim entscheidenden Kampf in Lunden wurde erneut ein Mannschaftssieg eingefahren, beim direkten Gegner - 3:1 für unsere bunte Truppe. Henning steuerte ein remis bei gegen einen alten Haudegen, Rolf gewann erneut (ich erinnere mich an eine Traumpartie mit jedenfalls einem solchen Ende ebenfalls gegen Lunden), und Alexey hielt remis gegen Kilian Hofmann (DWZ 1945!). Stark, ein tolles Ergebnis! Und dann gibt es noch Ulf, auch hier ein Sieg. Sechs aus sechs, Mister 100 %! Supertruppe mit super-Ergebnissen. Zwei Runden vor Schluss ist der Drops anscheinend gelutscht. Wenn mich nicht alles täuscht, sind fünf Punkte an zwei Spieltagen nicht aufzuholen. Der Sekt kann somit kalt gestellt werden. Ich steuere einen bei, will dann aber auch mittrinken, Jungs!

Auch weiß bei der Zweiten am sechsten und letzten Spieltag. Die Meisterschaft stand schon vorher fest, aber von Austrudeln keine Spur. Klarer Sieg gegen Quickborn III, drei Punkte Vorsprung in der Endabrechnung. Insgesamt 13 Recken mühten sich mehr oder weniger erfolgreich. Hier fällt die große Leistungsdichte auf, mehr oder weniger jeder kann mal pausieren, ohne dass das Niveau merklich sinkt. Auch hier gibt es Mister 100 % - Peter Cymbalista, auch hier sechs aus sechs! Ich habe ein paar mal bei der Zweiten vorbei geschaut, die Mischung und die Stimmung in der Truppe stimmt.

Leider nicht weiß, sondern ganz und gar schwarz war das Ergebnis der Ersten, eine Niederlage beim designierten Absteiger aus Mölln. Ich mag nicht mehr auf die Details eingehen, aber es war definitiv nicht unser Tag. Das Gesamtbild war ähnlich wie in Ahrensburg, es lief fast nichts zusammen. Manch einer mag nun aufgeben, mir ist überhaupt noch nicht danach. Es sind noch sechs Punkte zu vergeben; das sind allemal genug, um noch einen Platz nach vorn zu rücken.

Wer da meint, dass wir verloren sind und uns gefälligst damit abfinden sollen, dem sei ein Blick auf die Fakten ans Herz gelegt. Nächster Gegner als Beispiel: Bad Schwartau, ganz eindeutiger Aufstiegsfavorit vor der Saison. Normalerweise hauen die uns um, ohne das Großhirn einzuschalten. Aber in dieser verrückten Saison ist nahezu alles möglich. Auch das mag sich nach Durchhalteparole anhören, ist es aber nicht. Wenn die Konfitüren (ich stehe ja eher auf Jalapenos) - Städter so spielen wie bisher, und wir auch, und beide mit ungefähr den gleichen Spielern antreten wie bisher, dann holen wir rechnerisch an den acht Brettern 4,03 Punkte. Man mag das gern nachrechnen, es ist wie es ist.

Ich kann nach wie vor keinen Grund erkennen, die Flinte ins Korn zu werfen. Besser wäre z.B. zu gewinnen - gegen Bad Schwartau sollten wir punkten, am besten doppelt. Und somit ist der Ausblick keineswegs schwarz, sondern schlicht und ergreifend grau, und zwar hellgrau.

 

Egbert Hengst