Wetten, dass es Wetter gibt ?

Der Landesspielleiter  forderte Fairplay

http://www.schachverband-sh.de/turniergeschehen/item/1367-blitzeis-zu-erwarten-spieltag-auf-der-kippe.html

Auf der Homepage des Vereins Segeberger Schachfreunde nahm ich bezüglich der Handhabung des drohenden Extremwetters kaum verhüllten Unmut wahr.

http://schach-segeberg.de/

Auf der Homepage des Elmshorner SC habe ich folgende Stellungnahme des Vorsitzenden der Schachjugend Schleswig-Holstein und Mitglied der dortigen zweiten Mannschaft gefunden.

http://www.elmshorner-schachclub.de/node/13504

Ich kann die vorherrschende Unzufriedenheit durchaus verstehen. Unter Fairplay kann man schließlich vieles subsumieren, was einem gerade passt. Und was heißt Fairplay denn auch in umsetzbarem Verhalten ?

Ist der absagende Verein darauf angewiesen, dass der Gegner, dem gerade abgesagt wird, sein Entgegenkommen dergestalt erklärt, dass er keinen Protest gemäß geltender Turnierordnung erhebt und sich mit einer Verlegung der Begegnung auf einen Zeitpunkt, den er womöglich weder bestimmen noch mitbestimmen kann, einverstanden erklärt ?

http://www.schachverband-sh.de/turniergeschehen/item/1370-ausgefallene-partien-des-letzten-spieltags-m%C3%BCssen-bis-120113-gespielt-werden.html

Hat ggf. der absagende Verein durch die Einlassung des Landesspielleiters einen Anspruch auf dieses Entgegenkommen (dann wäre ja gar kein Fairplay nötig) und wer trägt in diesem Fall eigentlich die Mehrkosten, die durch solch kurzfristige Terminänderungen entstehen ?

Immerhin der TSV Travemünde sagt der zweiten Mannschaft von Elmshorn sonntags äußerst kurzfristig ab, der Lübecker SV hat kein wirklich einschneidendes Problem, bei der ersten Mannschaft von Elmshorn anzutreten und es als Fairplay anzusehen, dass die Heimmannschaft die Uhren trotz kleiner Verspätung noch nicht angestellt hat.

http://www.lsv1873.de/joomla/index.php?option=com_k2&view=itemlist&task=user&id=67%3Aeckhardstomprowski&Itemid=2

Damit kommt dieses Fairplay langsam in den Verdacht eines Missverständnisses.

Ich meine, wenn sich im Funktionärsstab des Landesschachverbandes schon eine berechtigte Sorge um die Gesundheit der Spieler ausbreitet, dann sollte man in Zukunft besser den gesamten Spieltag möglichst unter Nennung des Nachholtermins absagen (ohne auf ein wie auch immer ausgestaltetes Fairplay angewiesen zu sein) und den Vereinen, die, wie beispielsweise Glückstadt und Itzehoe, in vertretbarer Entfernung zueinander dem Schachspiel frönen, es in eigener Verabredung und Verantwortung überlassen, den ursprünglichen Termin bei zu behalten. Entsprechend sollte dann auch die Turnierordnung gefasst werden.

Eine Randbemerkung möchte ich mir dann doch nicht versagen:

Vor der Verbandsliga-Reform und den damit verbundenen größeren Entfernungen waren Wetterkapriolen kaum ein Problem. Der letzte Protestfall, der mir bekannt ist, bezieht sich auf einen Fall Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der alten Verbandsliga Süd, als Norderstedt aus nachvollziehbaren Gründen die Reise nach Brunsbüttel nicht antrat und gemäß geltender Vorschriften kampflos verloren hatte, was vom Osterkongress damals ausdrücklich bestätigt wurde.

 

Hans-Joachim Siewert