Monatsblitz Februar 2014: ... und die wilden 13

Zum Blitzen fanden sich in sehr angenehmer Atmosphäre 13 Schachspieler ein, die angespannt dem Ereignis entgegen fieberten. Ich war etwas spät dran, und da Startnummer 12a bereits vergeben war, bekam ich die 13. Erleichterung: so war allen eine kleine Pause zwischendrin vergönnt. Am Start waren Ernst-Holger, Pit, Peter Henke, Rolf, Bernd, Peter Heinrich, Cliff, Jens, Alexey, Ulf, Harald, Erich und ich.

Es wurde hart gekämpft, aber es gab dennoch viel Gelächter. Der eine war nicht imstande, die Figuren richtig aufzubauen, wobei das schlimmste war, dass die Läufer beide auf einem weißen Feld standen. Noch nicht mal  Schach960-tauglich... Später wurde uns dann zur Kenntnis gebracht, dass er früher mal einen Wettkampf gewonnen hatte, in dem es darum ging, wer am schnellsten die Figuren aufbauen kann. Na ja, es war wohl eher ein irgendwo-Hinstellen, bis die Reihen 1, 2, 7 und 8 gefüllt waren.

Ein anderer (ich meine, er hatte eine Doppelnamen) ärgerte sich, dass ihm eine Mehrminute nichts nützte im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, in dem aber auch gar nichts mehr ging. Zum Ärger gab es gratis Sprüche als Zugabe.

Ein ganz besonderes Früchtchen (verteilte später einen 10er an Alexey, glaube ich mitbekommen zu haben) spielte Katz und Maus mit Peter Heinrich. Mehrfach wurde eine Stellung mit 'matt in 1' erreicht, um dann doch noch wieder eine Schleife drum zu machen, und noch eine kleine Runde zu drehen - eine Katze spielt ja auch eine ganze Weile mit der Maus herum. Der Unterschied ist nur, dass die Maus nicht irgendwann die Katze mit 'Zeit' erschrickt. Und die Katze wird auch nicht von allen Umstehenden und -Sitzenden ausgelacht. Nein, wird sie nicht.

Andere kämpften sich lange bis in ein kompliziertes Endspiel, um dann festzustellen, dass die Zeit nicht nur ausgeglichen war, sondern mit 5:00 irgend einen suboptimalen Zustand hatte.

Aber es wurde auch Schach gespielt. Unser Youngster Harald heftete sich sogleich Skalps an seinen Gürtel. Gleich in der ersten Runde gelang ihm ein matt gegen Erich, der irgendwann tatsächlich nichts mehr machen konnte - brutales Grundreihenmatt war nicht zu verhindern.

Viele, viele Spiele wurden anders entschieden als es dem Spielverlauf entsprochen hätte. Von meinen Gegnern war davon Peter Henke mit Mehrturm negativ betroffen, Alexey mit Wenigerstellung aber vorhandener Zeit positiv - vieles gleicht sich aus.

Vor der letzten Runde hatte Alexey einen halben Punkt mehr als ich, und ich musste gegen Cliff ran. Gefühlte 10 Züge lang war ich direkt davor, ihm undeckbar matt zu drohen, aber er ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Nach Damentausch und Misshandeln des eigentlich ausgeglichenen Endspiels hatte ich genug.

Klarer und verdienter Sieger wurde somit Alexey vor Cliff und mir punktgleich.

Und eine kleine Anekdote vom gerade abgelaufenen Turnier in Gibraltar: Nigel Short macht einen Bauernzug, der nur mit Schlagen en passant beantwortet werden kann. Der Schelm sagt aber im Brustton der Überzeugung: checkmate! Um direkt danach seiner jungen Gegnerin grinsend mit ausgestreckter Hand remis anzubieten. Mit so einem Humor würde er gut zu uns passen, von der Spielstärke her ist er vermutlich auch zu gebrauchen.

 

Egbert Hengst